Fleckenentferner

Ich hab Mist gebaut. Ich weiß es ganz genau. Die anderen wissen es auch. Und ich weiß, dass sie es wissen. Dieses Gefühl habe ich garantiert nicht allein. Das Gefühl, im Ansehen der Anderen gesunken zu sein wegen dieser Worte, die ich besser nicht hätte sagen sollen. Wegen der E-Mail, die ich lieber nicht hätte schreiben sollen.

Aber nun ist es passiert. Und alle wissen es. „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“, weiß der Volksmund. Ich möchte hinzufügen: Für die Schande auch nicht.

Das ist das Schlimme an Schande – selbst wenn ich mich für meine Worte entschuldige, meinen Fehler wieder gut mache, so bleibt die Schande doch zurück. Wie ein Fleck auf einem neuen Hemd, der bei der Wäsche nicht mehr rausgeht. Ein Schand-Fleck.

So ist das bei uns Menschen.

Bei Gott ist es anders.

Wenn Gott vergibt, bleibt keine Schande zurück. Wen er begnadigt, der ist es auch. Bei Gott gibt es keine Schand-Flecken. Und völlig atemberaubend finde ich Gottes Versprechen, sogar die Schande in den Augen anderer Menschen wegnehmen zu können.

Im alttestamentlichen Buch des Propheten Jesaja verspricht Gott das gleich für ein ganzes Volk. Dort heißt es wörtlich: Gott befreit sein Volk von der Schande, die es auf der ganzen Erde erlitten hat.

Ich bin überzeugt: Wenn Gott die Schande eines ganzen Volkes wegnehmen kann – dann kann er das auch bei einem einzelnen Menschen. Dann kann er das auch bei mir und bei Ihnen.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

Mehr

Herzschlag des Gottvertrauens

Haben Sie schon einmal bei einer Hotline angerufen? Vielleicht weil Ihre Waschmaschine kaputt gegangen ist, oder weil Sie Fragen zu Ihrer Autoversicherung hatten?

Wenn ich von meiner eigenen Erfahrung auf Ihre schließen darf, dann war Ihr Anruf bei der Hotline kein reines Vergnügen. Was kann man da nicht alles erleben: Unzählige Anrufversuche und endlose Wartezeiten. Sachbearbeiter, die nicht richtig zuhören. Und manchmal habe ich schon unverrichteter Dinge wieder aufgelegt.

Ich glaube, dass manche Menschen so über das Beten denken. Oder solche schlechten Erfahrungen mit dem Beten gemacht haben. Vielleicht kennen Sie das. Vielleicht haben Sie jahrelang für dasselbe Anliegen gebetet und endlos gewartet. Vielleicht hatten Sie den Eindruck, Gott hört ihnen nicht richtig zu. Vielleicht haben Sie schon „aufgelegt“, das Beten aufgegeben.

Ich möchte Ihnen heute Mut machen, neu mit dem Gebet zu starten. Oder dranzubleiben und das Gebet nicht aufzugeben. Warum? Weil ich glaube, dass wir – Sie und ich – noch nicht das volle Potential des Betens erlebt haben. Davon bin ich wirklich überzeugt.

Ich schreibe das nicht, weil mein eigenes Gebetsleben so intensiv, lebendig und weltverändernd wäre. Glauben Sie mir, da bin ich genau so ein Lernender wie jeder andere.

Ich schreibe das, weil ich bei Jesus eine unglaublich entspannte, persönliche und intensive Vertrauensbeziehung zu seinem Vater im Himmel entdecke. Und weil Jesus alle Menschen – auch Sie und mich – dazu eingeladen und herausgefordert hat, Gott ebenfalls so vertrauen zu lernen.

Der Herzschlag dieses Gottvertrauens ist das Beten. Das ist nichts, was man einmal lernt und dann verrichtet. Beten braucht ein ganzes Menschenleben, um zu wachsen und sich zu entfalten.

Dazu fordert Jesus uns heraus. Und dazu fordere ich Sie heraus – Lassen Sie sich drauf ein?

 

(erschienen im Medienmagazin ERF ANTENNE 01-02/2018)

Mehr