Wohin entwickelt sich die Internet- und Mediengesellschaft in den nächsten Jahren? Welche Trends sind sichtbar, welche werden abflauen, welche werden sich fortsetzen?

In einem derart dynamischen Umfeld wie unserer digitalen Medienlandschaft vermag niemand drei Jahre oder weiter in die Zukunft zu blicken. Aber wenigstens eine gründliche Analyse der Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr ist drin – wie z.B. das Europe Digital Year in Review 2010 der Marktforscher von ComScore. Hier die Aussagen der ComScore-Studie, die am interessantesten fand:

Internetnutzung allgemein

  • Europäer verbringen einen ganzen Tag jeden Monats im Internet. Deutsche liegen ziemlich genau im Durchschnittswert; Holländer und Engländer deutlich darüber (>30 Stunden).
  • Mehr als die Hälfte der europäischen Internetnutzer sind älter als 35 Jahre.

Social Media

  • 12% ihrer Online-Zeit verbringen Europäer bei einer einzigen Website: Facebook.
  • Frauen verbringen rund 24% ihrer Online-Zeit in sozialen Netzwerken, Männer 17%.
  • 84% aller Internetnutzer sind in sozialen Netzwerken aktiv – 10% mehr als im Vorjahr. Die Nutzung von Instant Messaging (ICQ & Co.) ist dagegen um 8% auf 41% gefallen.
  • 4 von 10 Internet Sessions beinhalten einen Besuch bei einem sozialen Netzwerk
  • Im europäischen Vergleich wird Facebook am stärksten in der Türkei benutzt (> 92%). Deutschland liegt mit 79% auf einem der hinteren Plätze, hat aber die zweitgrößte Wachstumsrate (+17% im Vergleich zum Vorjahr)

Online Video

  • Deutsche sehen im Schnitt 18 Stunden/Monat Online Videos an – das ist mehr als bei Nutzern in den USA.
  • 42% aller in Europa gesehenen Online Videos liegen bei Youtube.
  • Die durchschnittliche Sehdauer für Online Videos liegt bei 6 Minuten – in Deutschland ist das 13% länger als im Vorjahr.
  • Die Nutzung der Mediatheken von TV-Anbietern ist deutlich stärker gewachsen als die Online Video-Nutzung insgesamt.

Mobiles Internet

  • 31% der Einwohzner von Deutschland, England, Frankreich, Spanien und Italien haben ein Smartphone. Dieser Marktanteil ist im Vergleich zum Vorjahr um 10% gewachsen und höher als in den USA.
  • Es wird erwartet, dass spätestens Ende 2011 jeder zweite Mobilfunknutzer in Europa ein Smartphone besitzt.