Mögen Sie Kriminalfilme? Dann kennen Sie bestimmt die Szene, in der einem Verdächtigen nach der Verhaftung erklärt wird, dass er nun das Recht auf einen Anruf hat. In so einer Situation wird jeder genau überlegen, wen man anruft. Nicht auf die Tätigkeit des Telefonieren an sich kommt es an, sondern auf das Gegenüber am anderen Ende der Leitung.

Genauso ist das mit dem Glauben. Glauben habt ein Gegenüber, der ich Glauben entgegenbringe. Wer das ist, ist wichtig. Nicht auf die Tätigkeit des Glaubens an sich kommt es an, sondern auf das Gegenüber. Das ist das, was Christen glauben: Glaube ist kein Selbstgespräch, Gott ist tatsächlich am anderen Ende der Leitung, es lohnt sich, ihn anzurufen.

Man kann das auch so ausdrücken: Es gibt einen Gott, und er ist nicht du.

Gott dürfte relativ unbeeindruckt davon sein, wie wir Menschen ihn gerne hätten. Auch wenn manche sich Gott heute am liebsten selbst zusammenstellen wie die Sonderausstattung eines Neuwagens. Aber Gott ist nicht das Produkt menschlicher Neigungen oder kirchenpolitischer Positionen. Es ist Gott selbst, der festlegt, was für alle Menschen wahr und wirklich ist und was gilt. Und es ist die Würde jedes Menschen, darauf in Freiheit antworten zu können.

Diese Überzeugung hat vor 500 Jahren die Reformation angetrieben, und ihre Kernsätze sind heute genauso wichtig als damals: Sola gratia – aus Gnade allein lädt Gott alle Menschen ein, mit ihm zu leben. Solus Christus – Jesus Christus allein ist der, der Menschen dieses Leben eröffnet. Sola scriptura – die Bibel allein ist glaubwürdige Urkunde vom Handeln Gottes in der Geschichte. Sola fide – der Glaube allein ist notwendig und ausreichend, um sich auf Gott einzulassen.

Diese Kernsätze sind prägend für unsere  ERF Medienangebote. Wir glauben, dass man Gott kennen lernen kann und er Leben zum Guten verändert. Er tritt von außen an jeden Menschen heran mit der Einladung, sich auf ihn einzulassen.

Die Frage ist: Rufe ich ihn an?

 

(erschienen im ERF Medienmagazin ANTENNE)