Ich bin zur Zeit auf dem Dynamissio-Kongress im Velodrom in Berlin. Interessant war und ist für mich die Reaktion der Social Media-Außenwelt, der Nicht-Teilnehmer:

Da ist der Atheist, für den es absurd erscheinen muss, wenn Christen zusammen kommen und darüber nachdenken, wie sie von ihrem (seiner Meinung nach) gar nicht existierenden Gott weiter erzählen können.

Da ist der engagierte Christ von der Gemeindebasis, der eine solche Veranstaltung irrelevant empfindet und den Aufwand, Energie und die Finanzen lieber in missionarischen Projekten vor Ort investiert sähe.

Da ist die fromme Irritierte, die die bei Dynamissio angedeutete künftige kulturelle Veränderung ihrer vertrauten Gemeindelandschaft durch Migranten und Flüchtlinge zu weit zu gehen scheint.

Da sind die Kirchenkritiker, die jahrelang von der evangelischen Landeskirche mehr Engagement für Mission fordern und dann stillschweigend übergehen, Dynamissio als Schritt in die richtige Richtung zu würdigen.

Ich sehe das anders und finde Dynamissio aus drei Gründen eine notwendige und richtungsweisende Veranstaltung:

  1. Weil es keine kleine Sache ist, wenn 2.200 Christen aus Landes- und Freikirchen, vom Pietisten bis zum Charismatiker, in aller Verschiedenheit zusammen kommen, um neue Impulse für Mission miteinander zu teilen.
  2. Weil sich Christen bei aller eigenen theologischen Identität ihre Kleinstaaterei und Abgrenzerei voneinandet schlicht nicht mehr leisten können in einer Gesellschaft, die kaum Verstehen für das Evangelium übrig hat und null Verständnis für binnenchristliche Besserwisserei.
  3. Weil sie das Zentrum des Glaubens – die Liebeserklärung Gottes in Jesus Christus an seine Welt – heraushebt aus so manchen Nebensächlichkeiten, mit denen sich Landes- und Freikirchen  manchmal beschäftigen.

Wenn jemand etwas unternimmt, gibt es immer andere, die ihn kritisieren. Ein Teil dieser Kritik mag zutreffend sein, ein Teil von diesem Teil vielleicht sogar notwendig. 

So ist das halt, anders gibt es die Dinge nicht zu haben, die uns in Bewegung setzen. Auch nicht Dynamissio.

Eins ist aber auch klar: Unsere Welt braucht alle Ermutigung und Hilfe, die sie kriegen kann, um die Liebeserklärung Gottes in Jesus Christus wahrzunehmen und ihr zu glauben.

Deshalb: Dynamissio – gerne mehr davon!