Mobbing ist so alt wie die Menschheit. Schon in der Bibel, im Alten Testament, sind uns zahlreiche Fälle  überliefert. Da ist zum Beispiel Daniel. Ein junger, aufstrebender Verwaltungsbeamter am Hof des persischen Königs Darius. Ein „high potential“, würden wir heute sagen. Durch seine Begabung stellt er seine Kollegen spielend in den Schatten.

Mit verletztem Stolz und Ehrgeiz machen die sich daran, Daniel kleinzukriegen. Sie versuchen, ihm aus seinem Gottvertrauen einen Strick zu drehen. Sie überreden König Darius, das Beten zu verbieten. Daniel gibt sein Gebet nicht auf, wird erwischt und verurteilt: Todesstrafe.

Selbst König Darius traut sich politisch nicht, Daniel zu retten. Auf dem Weg in die sprichwörtliche Löwengrube gibt er ihm eine Hoffnung mit, an die er selbst nicht glaubt: Dein Gott helfe dir!

In diesem Löwengrube-Moment spricht alles gegen Daniel: Seine Begabung kann ihn nicht retten, seine Kollegen haben sich gegen ihn verschworen, der mächtigste Mann Persiens hat ihn aufgegeben. Dein Gott helfe dir.

Die Ironie der Geschichte: Der schwache Trost ist unbeabsichtigt ein Verweis auf den stärksten Verbündeten, den Daniel an seiner Seite hat: Gott. Daniel macht in der Löwengrube die Erfahrung: Es spielt keine Rolle, wer mir alles nicht beisteht – solange Gott mir hilft.

Vielleicht kennen Sie solche Löwengruben-Momente. Vielleicht ist gerade heute so ein Moment. Dann möchte ich Sie ermutigen mit dem Verweis auf den stärksten Verbündeten, den Sie sich nur wünschen können: Dein Gott helfe dir!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)