Wenn kleine Kinder groß werden, beginnen sie irgendwann wahrzunehmen, dass Mama oder Papa nicht nur zu Hause sind als – Mama oder Papa. Sondern dass sie noch ein Leben außerhalb der Familie haben. Zum Beispiel im Beruf.

Für ein Kind ist das eine faszinierende Entdeckung: Meine Mama, mein Papa, die machen was! Etwas, das ich noch nicht kenne! Etwas Wichtiges, so ein Erwachsenen-Ding. Und dann kommt die Kinderfrage: Was machst du eigentlich so, auf der Arbeit?

Kann man sich ja auch mal mit Blick auf Gott fragen: Was macht Gott eigentlich so auf der Arbeit?

Psalm 147 gibt eine seit vielen Jahrhunderten gültige Antwort darauf. Dort heißt es:

Gott verschafft den Unterdrückten Recht. Den Hungernden gibt er Brot. Der Herr befreit die Gefangenen. Der Herr öffnet die Augen der Blinden. Der Herr richtet Gebeugte auf. Der Herr liebt Menschen, die seinen Willen tun.

 Mit Kinderaugen betrachtet: Gott ist ganz schön beschäftigt. Er hilft Menschen, die unterdrückt sind, hungrig, gefangen, blind oder gebeugt. Und er liebt Menschen, die tun, was er von ihnen möchte.

Dabei begreifen schon Kinder, dass man das eine nicht vom anderen trennen kann: Ich kann nicht Gottes Liebe für mich wollen – und gleichzeitig die Unterdrückten, Hungernden, Gefangenen, Blinden und Gebeugten links liegen lassen, mit denen Gott so beschäftigt ist.

Gottesliebe und Nächstenliebe gehören zusammen. Ganz praktisch. Wer sich darauf einlässt – der wird dabei die ein oder andere faszinierende Entdeckung machen!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)