Wie lange halten die Engländer das noch aus? Brexit, Terroranschläge, Hochhausbrand, instabile politische Verhältnisse … eine schlechte Nachricht jagt die andere. Hiobsbotschaften.

Dieses Wort, Hiobsbotschaften, hat eine interessante Geschichte. Und die beginnt im Alten Testament: Hiob war ein Mann, der innerhalb kurzer Zeit eine schlechte Nachricht nach der anderen bekommt. Er verliert all seinen Besitz, er verliert seine Kinder, er verliert seine Gesundheit. Ein Trommelfeuer von Hiobsbotschaften.

Was Hiob die Situation besonders schwer macht, ist ironischerweise sein Gottvertrauen. Ja, Sie haben richtig gehört: Dass Hiob an Gott glaubt, hilft ihm nicht, sondern macht alles nur noch schlimmer: Wie kann sein Gott so etwas zulassen? Hat Hiob nicht Gott vertraut und damit nicht seinen Schutz verdient?

Hiob hadert mit Gott – und ich kann ihn gut verstehen. Er klagt Gott an: „Ich habe an dich geglaubt, aber du hast mich ungerecht behandelt!“

Als sich Hiob in seine Anklage so richtig hineingesteigert hat, beginnt Gott zu ihm zu sprechen. Und konfrontiert ihn mit all den kleinen und großen Rätseln und Wundern der Schöpfung, von denen Hiob keine Ahnung hat. Das klingt dann zum Beispiel so (Hiob 38,41):

Wer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und irrefliegen, weil sie nichts zu essen haben?

Gott sagt: Hiob, du hast keine Ahnung, auf welchen Wegen ich in der ganzen Schöpfung Gutes bewege und bewirke. Du bist als Geschöpf nicht fähig zu einem gerechten Urteil über deinen Schöpfer. Aber trotzdem begegne ich dir, ich komme dir nahe. Auch wenn du alles verloren hast, was dir geschenkt wurde – ich, Gott, bin immer noch da. Ich bin für dich da.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)