„Nach uns die Sintflut!“ – so beschreiben wir die Haltung von Menschen, die keine Rücksicht auf die Folgen ihres Handelns nehmen. Denen alles so egal ist, als würde ohnehin der Weltuntergang bevorstehen.

Es lohnt sich, mal kurz hinzuhören auf dieses Wort „Sintflut“.

Es stammt wie so manche unserer Begriffe und Redewendungen aus der Bibel. Ziemlich zu Beginn wird dort erzählt, wie sich die Schöpfung gegen ihren Schöpfer wendet. Die Menschheit gerät so sehr auf Abwege,  dass Gott eine große Flut schickt, um die weitere Fehlentwicklung seiner Schöpfung zu stoppen.

Diese Erzählung von einer weltweiten Flutkatastrophe gibt es in verschiedenen Varianten in vielen Kulturen der Antike. Für die einen ist das Grund genug, die Sintflut-Geschichte der Bibel im Bereich der Mythologie anzusiedeln. Für die anderen ist es ein Beleg dafür, dass so ein Ereignis tatsächlich stattgefunden haben muss.

Wie auch immer man in dieser Frage denkt – das besondere an der Sintflut in der Bibel ist, dass sie gerade keinen Weltuntergang darstellt, sondern einen Neustart. Denn den Überlebenden rund um Noah gibt Gott ein Versprechen mit auf den weiteren Weg:

Ich schließe einen Bund mit euch und mit allen euren Nachkommen … und das ist mein Versprechen: Nie wieder werde ich eine so große Flut schicken, um die Erde und alles, was auf ihr lebt, zu vernichten.

Das macht die Sintflutgeschichte der Bibel so besonders – sie berichtet, dass Gott ein Gott des Neuanfangs ist. Ein Gott, der sich mit seinen Menschen verbündet. Niemand soll sagen: „Nach uns die Sintflut“. Denn es wird keine mehr geben. Denn Gott hat einen Bund mit den Menschen geschlossen.

Auch mit mir und mit Ihnen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)