Warum, Herr, bist du so fern, warum verbirgst du dich in Zeiten der Not? 

Haben Sie schon mal so gebetet? Sich getraut, so zu beten? So direkt und ehrlich?

Warum, Herr, bist du so fern, warum verbirgst du dich in Zeiten der Not? 

Diese direkte und ehrliche Frage an Gott ist der Einstieg in ein Gebet, das uns in der Bibel in Psalm 10 überliefert ist. Und wer diesen Psalm ganz liest, stellt fest: Der Beter fällt Gott gleich am Anfang mit seiner Not ins Haus. Keine unterwürfige Anrede, kein gedrechseltes Geschmeichel, nein – der Beter kommt gleich zur Sache: Gott, warum spüre ich dich nicht, warum bist du so weit weg, warum greifst du nicht ein…?

Und dann klagt er Gott seine ganze verzweifelte Lage. Wie arrogante und mächtige Leute ihre Mitmenschen unterdrücken. Wie Wehrlose zu Opfern werden, ohne dass es jemanden groß zu kümmern scheint. Psalm 10 könnte direkt ein Echo auf die heutigen Nachrichten sein .

Das Gebet endet schließlich in der festen Gewissheit, dass Gott am Ende zugunsten der Unterdrückten eingreifen wird. Dass dem Bösen das Handwerk gelegt werden wird. Dass das Recht siegen wird.

Psalm 10 ist ein Weg hin zu dieser Gewissheit. Und dieser Weg beginnt mit Direktheit und Ehrlichkeit Gott gegenüber:

Warum, Herr, bist du so fern, warum verbirgst du dich in Zeiten der Not? 

Ich weiß nicht, in welcher Lage Sie heute stecken. Aber ich möchte Ihnen Mut machen: Trauen Sie sich, Gott in einem Gebet direkt und ehrlich darauf anzusprechen. Vielleicht beginnt damit ein Weg, der Sie zu einer ganz neuen, festen Gewissheit führt!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)