Am Morgen des 5. November betritt ein bewaffneter Mann die First Baptist Church in der amerikanischen Kleinstadt Sutherland Springs. Mit einem Sturmgewehr feuert er auf die Christen, die gerade Gottesdienst feiern. 26 Menschen sterben. Männer, Frauen, Kinder.

Wie hat sich die Tat genau abgespielt? Was war das Motiv des Schützen? Wie kann man so etwas künftig verhindern? Was ist los mit den USA? Und: Wo ist Gott?

Alle diese Fragen sind Fragen aus der Distanz. Sie trösten nicht Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde der Toten. Sie trösten nicht die, deren Leben nie wieder das gleiche sein wird wie vor dem 5. November. Wer spricht Hoffnung hinein in ihre Trauer?

Ich glaube, am Ende kann nur Gott das machen. Nur Gott kann Trost in Trauer hineinsprechen, Hoffnung in Verzweiflung, Leben in den Tod. Und Gott tut das auch. Es ist die gemeinsame Überzeugung und die Erfahrung vieler Männer und Frauen in der Bibel: Die Welt wird sich nicht in Verzweiflung auflösen. Das Leben wird nicht in Trauer versinken. Der Tod wird nicht das letzte Wort haben.

Manchmal schiebt Gott den dunklen Vorhang der Geschichte ein Stück zur Seite und lässt einen Schimmer Hoffnung sichtbar werden. So zum Beispiel im Buch des Propheten Jesaja in Kapitel 26 Vers 19, wo es fast trotzig heißt:

Aber deine Toten werden leben.

Wo ist Gott? Da ist er. Mitten in der Trauer. Und er spricht sein Aber in hinein in unsere Welt. Gott spricht Hoffnung hinein in unsere Dunkelheit, in meine und in Ihre und in die von Sutherland Springs:

Aber deine Toten werden leben.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)