Kategorie: Archiv

Apple und der Kompass eines Leiters

Manipulatives Marketing, unverschämte Preisgestaltung, ausbeuterische Arbeitsbedingungen in China, das Genie eines Einzelnen, pures Glück – es gibt viele nicht sehr schmeichelhafte Annahmen, warum Apple als Firma so erfolgreich ist. Manche mögen zum Teil stimmen, die meisten treffen auf andere Firmen genauso zu, und alle gehen am eigentlichen Punkt vorbei.

In einem ungewöhnlich ausführlichen Interview mit Bloomberg Businessweek nimmt Tim Cook u.a. zum derzeit fallenden Aktienkurs von Apple wie folgt Stellung:

You have to bring yourself back to, “Are you doing the right things?” And so that’s what I focus on, instead of letting somebody else or a thing like the market define how I should feel. I think it makes you feel full of yourself or suicidal. And you should probably not feel either of those things.

Cook widersteht hier der Versuchung, sich durch den Vergleich mit anderen Rückmeldung zu holen, ob seine Organisation auf dem richtigen Weg ist. „Tun wir das richtige?“ – diese Frage erlegt er sich selbst ausdrücklich auf. Aber besteht darauf, die Antwort selbst zu geben, und sie nicht vom Marktanteil abzuleiten. „Wenn Sie das tun“, sagt Cook, „dann werden Sie entweder hochmütig oder selbstmordgefährdet. Beide Empfindungen wären vermutlich nicht hilfreich.“

Hier ist ein Leiter, der einen klaren Kompass hat – aber dieser Kompass ist nicht der Erfolg im Vergleich zur Konkurrenz. Das finde ich beeindruckend – und wünsche ich auch allen Leitern in Kirchen, Gemeinden und christlichen Organisationen.

Tust du das Richtige?

Mehr

Treue, Gerechtigkeit und Borussia Dortmund

Bleibt Jogi Löw Bundestrainer? Würde sich Borussia Dortmund von Trainer Jürgen Klopp trennen? Ist es gerecht, wenn Real Madrid für Gareth Bale die Rekord-Ablöse von 100 Millionen Euro bezahlt? Manchmal hat man den Eindruck, Fußball ist Beziehungssache. Und wie in jeder Beziehung geht es auch in den großen Fußballfragen um Treue und Gerechtigkeit.

Treue und Gerechtigkeit – das wünschen sich junge Leute heute für ihre Beziehungen. Auch nach den rasanten Veränderungen unseres Alltags und unseres Lebensstils hat sich das nicht gegenüber früheren Zeiten geändert. Ich wünsche mir jedenfalls für die Beziehungen meines Lebens, dass andere mir treu sind. Und mich gerecht behandeln. Und gleichzeitig muss ich mir eingestehen: Ich bin anderen gegenüber nicht immer treu. Ich gehe mit anderen nicht immer gerecht um.

Wie gut, dass Gott da anders ist. Von seinem Volk Israel hat er einmal gesagt: Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit (Sacharja 8,8). Ich erkenne euer Bedürfnis nach Treue, sagt Gott. Ich weiß um eure Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Und auch wenn ihr als Menschen selbst nicht immer treu seid und nicht immer gerecht – ihr sollt trotzdem zu mir gehören. Ihr sollt trotzdem mein Volk sein. Und ich will euer Gott sein.

Weil Gott kein Mensch ist, ist er wahrhaft treu. Und wahrhaft gerecht. Das ist die Basis der Beziehung zwischen Gott und Menschen.

Er hat versprochen, dass wir uns auf seine Treue und seine Gerechtigkeit immer verlassen können. Diese Qualität von Beziehung möchte Gott bis heute – für jeden, der sich nach Gottes Treue und Gerechtigkeit sehnt. Der sich auf diesen Gott einlässt.

Versprochen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

Mehr

Gegen das Vergessen

Wissen Sie noch, wo Sie am 11. September 2001 waren? Was Sie gefühlt haben, als Sie die brennenden Wolkenkratzer im Fernsehen sahen? Menschen, die orientierungslos durch die Straßenschluchten irren? Niemand, der diese Bilder gesehen hat, wird sie wohl jemals wieder vergessen.

Andere Erfahrungen würden wir gerne für immer festhalten – um jeden Preis. Der grandiose Sonnenuntergang im Urlaub. Der erste Schultag der Kinder. Der friedvolle Abschied von einem geliebten Menschen. Wir würden so gerne festhalten, was wir in diesen Augenblicken sehen, fühlen, erleben. Mir geht es jedenfalls so.

Aber dann „geht das Leben weiter“. Dann deckt der Alltag diese besonderen Momente wieder zu. Dann muss ich mich bewusst erinnern an das Gute, das zu meinem Leben gehört – und wofür ich Gott dankbar sein kann.

Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben – so hat Mose das Volk Israel vor vielen Jahrhunderten herausgefordert (5. Mose 4,9). Mose wusste: Was die Leute mit dem lebendigen Gott erleben, ist so wichtig für ihr Leben, dass es vom Alltag nicht wieder zugedeckt werden darf.

Deshalb erinnert er jeden einzelnen daran: Vergiss nicht, was deine Augen von Gottes Handeln gesehen haben! Bewahre deine Seele, geh achtsam damit um, was Gott dir an Gewissheit geschenkt hat! Hüte dich, achte darauf, dass der Alltag nicht zudeckt, was du mit Gott erlebt hast!

Heute brauche ich diese Herausforderung – und Sie vielleicht auch.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

Mehr