Kategorie: Jesus // Inspiration

Gott wird persönlich

Neulich bei Facebook. Ein Bekannter fragt mich, warum ich eigentlich der Bibel so viel Bedeutung beimesse. Sein Argument: Es gibt so viele gute Bücher, aus denen man etwas lernen kann – warum nehmen Christen ausgerechnet dieses alte Buch so wichtig?

Mich hat die Frage herausgefordert. Wie kann ich erklären, was mich an der Bibel so fasziniert?  Warum sie mein Lebensbuch geworden ist? Ein Buch, in dem ich Orientierung finde, ja mich selbst finde? (mehr …)

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Wie ist Gott so?

Es gibt Menschen, die habe ich nie getroffen, und doch gehören sie zur Familie. Einen meiner beiden Großväter zum Beispiel. Er ist lange vor meiner Geburt gestorben, ich habe ihn nie kennen gelernt. Und doch habe ich ein Bild von ihm. Nicht nur eine alte Fotografie in Schwarz und Weiß, sondern auch eine ganz grobe Vorstellung von seiner Persönlichkeit. Dieses Bild habe ich durch Erzählungen meines Vaters gewonnen.

Interessant, oder? Manche Charaktereigenschaften von einem Menschen bleiben in der Erinnerung der Kinder und der Vorstellung der Enkel. Im europäischen Mittelalter hat man berühmte Personen dazu oft mit einem Beinamen versehen: “Karl der Kühne”, zum Beispiel, oder – weniger schmeichelhaft – “Ludwig der Nichtstuer”. Kein Scherz.

Ich frage mich: Mit welchem Beinamen würde ich … Gott beschreiben? Was zeichnet seine Persönlichkeit aus? Was möchte ich meinen Kindern und Enkeln über den Charakter Gottes weitergeben?

Der Psalmdichter Etan gibt im Alten Testament eine Antwort darauf (Psalm 89, 2):

Ewig will ich die Gnade besingen, die der Herr erwiesen hat. Auch den künftigen Generationen will ich verkünden, wie treu du bist.

Gnade und Treue – das ist die Persönlichkeit Gottes. Das ist das, was Etan künftigen Generationen weitergeben möchte. Im Unterschied zu den Königen des Mittelalters und der Antike ist Gott nicht tot. Deshalb kann jeder Mensch Gottes Gnade und Gottes Treue erleben, der sich auf ihn einlässt.

Was der Psalmdichter Etan erlebt hat, kann ich heute auch erleben: Gott erweist Gnade, und er ist treu.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Splittersucher

Kennst du Splittersucher?

Sie schauen dir ins Gesicht, sehen dir in die Augen. Aber sie suchen dort nicht Verständnis, Verstehen oder Verständigung; sie suchen den Splitter. Splitter – das, was offensichtlich nicht in Ordnung ist, was Gott sich nachweislich anders gedacht hat. Und wenn sie einen solchen Splitter gefunden haben, weisen sie darauf hin.

Manche Splittersucher wollen dir wirklich helfen. Sie meinen, du hast vielleicht nur noch nicht so verstanden wie sie verstanden haben. Denn wenn du wüsstest, was sie wissen, so denken sie, dann hättest du dir den Splitter doch sicher längst selbst entfernt.

Anderen Splittersucher bist du in Wahrheit ziemlich gleichgültig. Wenn sie über deinen Splitter reden, sprechen sie in Wahrheit gar nicht mit dir. Sie sprechen mit anderen, die die Dinge so sehen wie sie. Sie demonstrieren ihren Erfolg vor ihrem Publikum mit jedem Splitter, den sie bei dir finden.

Und wieder andere Splittersucher suchen den Splitter in deinen Augen nur für sich selbst. Sie sind verliebt in das Gefühl, auf der richtigen Seite zu sein. Der Wahrheit verpflichtet zu sein. Die Dinge so zu sehen, wie Gott selbst sie sieht.

Kennst du solche Splittersucher?

Jesus kannte welche. Viele. Und er hat sie nicht besonders gemocht. Im Gegenteil – er hat mit ihnen die einzige Sprache gesprochen, die sie verstehen: Klartext. Das klingt so (Lukas 6,41-42):

„Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? … Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“

Für Jesus sind Splittersucher Heuchler. Egal ob sie dir aus einem Überlegenheitsgefühl heraus helfen wollen, Betätigung von ihrem eigenen Publikum suchen oder nur das gute Gefühl in sich selbst gerecht zu sein – all diese inneren Motive sind ein dicker Balken im Vergleich zu deinem Splitter.

Und deshalb sind Splittersucher Heuchler. Sagt Jesus.

Ich denke, er darf das sagen, denn er ist selbst kein Splittersucher. Er hat als einziger keinen Balken im Auge. Er ist der einzige, der dich sieht, wie du wirklich bist. Er ist der einzige, der mit deinem Splitter umgehen kann. Mit dem was nicht in Ordnung ist, was dich fertig macht, was er sich anders gedacht hat.

Splitter sind nicht OK. Aber du brauchst mich nicht, um das zu wissen. Du brauchst Jesus, der dir mit deinem Splitter wirklich helfen kann.

Aber was uns andere angeht: Lasst uns mit Jesus über unsere eigenen Balken reden. Lasst uns keine Heuchler sein. Lasst uns endlich aufhören mit dem Splittersuchen.

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