Vau – Ih – Em

Bin über einen interessanten Gedanken von Dallas Willard gestolpert. Er schreibt ja viel über geistliches Wachstum (spiritual formation) – und Grundlage für jeden Veränderungsprozess sind drei Schritte, die er mit den Anfangsbuchstaben V, I und M bezeichnet:V wie Vision: Eine Sicht, eine innere Vorstellung vom angestrebten EndergebnisI wie Intention: Eine Absicht, ein bewusster Entschluss, sich auf den Weg zu machenM wie Method: Konkrete Abläufe und Maßnahmen für die PraxisWillards These: Erst wenn alle drei Ebenen zusammen kommen (und auch in der Reihenfolge), kann geistliches Wachtum – oder Veränderung ganz allgemein – Frucht bringen und erfolgreich sein. Und oft sabotieren wir so einen Veränderungsprozess von vornherein dadurch, dass wir über Methoden reden, bevor unsere Zuhörer einen Entschluss gefasst haben. Oder dadurch dass wir zu einem Entschluss heraufordern, ohne unseren Zuhörern eine positive Vision vom möglichen Resultat der Veränderung vor Augen gemalt zu haben.Wie Schuhbinden klingt es kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Und auch leicht ausprobierbar, denn bei Veränderungen ist eins sicher: Die nächste steht unmittelbar vor der Tür. 

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Das Toastbrot ist Gott

Verkürzt, formelhaft, vereinfacht – man kann über die so genannten „Vier geistlichen Gesetze“ denken was man will – sie sind so einfach, dass sogar ein Kind sie verstehen und erklären kann.Sogar mein Kind (5)…Sogar mein Kind beim Einkaufen…Sogar mein Kind beim Einkaufen während es im Einkaufswagen sitzt…“Der Joghurt sind wir Menschen und das Toastbrot ist Gott. Und Jesus ist das Duschgel hier. Und nur weil Jesus für uns gestorben ist, können wir nun über das Duschgel zum Toastbrot kommen…“Sehr beeindruckend. In voller Kinderlautstärke. In der Schlange vor der Kasse.Erstaunlich, was sie heute alles im Kindergottesdienst lernen! Vor meinem inneren Auge knieten bereits die shoppenden Massen rund um den Einkaufswagen… naja, das nächste Mal vielleicht.Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…

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Sperrmüll der Seele

Es ist ein Befreiungsschlag.

Endlich haben wir es als Familie geschafft, Sperrmüll anzumelden. Und Garage und Keller von dem Zeug zu befreien, das wir seit Jahren mitschleppen – teils schon aus unserer vorherigen Wohnung – aber doch nie zum Leben gebraucht haben. Irgendwie habe ich Jahre darauf gewartet: Weniger Zeug, weniger Chaos, weniger Altlasten, die einem ständig im Weg sind und von einer Ecke in die andere geräumt werden.

Als ich gestern Stühle, Teppiche und ein altes Reisebett auf den Bürgersteig gestapelt habe, kam zum Gefühl der Befreiung ein Gefühl des Beobachtetwerdens: Jetzt sehen alle Passanten und Nachbarn, was für ein komisches Zeug wir haben:

Was, sowas habt ihr mal gekauft? Wofür habt ihr das denn gebraucht?

Sie sehen nicht nur was wir haben, sondern auch, was wir wegwerfen wollen:

Was, das wollt ihr wegwerfen? Das kann man doch noch gut verwenden!

Wer Sperrmüll auf die Straße stellt, stellt immer auch die eigenen Maßstäbe und Wertvorstellungen mit in die Öffentlichkeit. Zumindet ein bisschen. Und ich frage mich:

In wie vielen unserer christlicher Kreise, Kirchen und Gemeinden stapeln wir den Sperrmüll unserer Seele heimlich im Keller, damit der Bürgersteig schön ordentlich aussieht? Damit Freunde, Nachbarn, Mitchristen ja nicht mitbekommen, welche Altlasten wir eigentlich mit uns herumschleppen? Wir räumen unsere Sünden und Verletzungen von einer Ecke in die andere – aber sie begleiten uns dennoch irgendwie ein Leben lang und verstopfen unsere Seele.

Hat Jesus seine Nachfolger nicht zur Freiheit berufen? „Wen der Sohn Gottes frei macht, der ist wirklich frei…“ – ist das Freiheit, ständig über altes Zeug im Leben steigen zu müssen?

Was wäre, wenn wir endlich ehrlich mit unseren Altlasten umgehen würden? Wenn wir den Sperrmüll unserer Seele ganz offen auf die Straße stellen und damit sagen: Das hat einmal zu mir gehört. Ich bin nicht stolz darauf. Aber jetzt will ich es loswerden. Es soll keinen Platz mehr in meinem Leben einnehmen. Egal, was die anderen sagen. Ich will in der Freiheit leben, die Jesus von der Jesus gesprochen hat. Und die er versprochen hat.

Es wäre wirklich ein Befreiungsschlag…

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