Vorwand?

Ich frage mich: Wie viel von unserem „Prüfen“ und „Bewerten“ und „Entscheiden“ entspringt eigentlich wirklich dem Wesen und dem Herzen Gottes – und wie viel davon ist Deckmantel? Ist Rechtfertigung, für meine Vorurteile, Verletzungen, Sturheit, Angst – meine eigene Lieblosigkeit?

Vielleicht ist die Frage nach lehrenden und leitenden Frauen da nur ein Beispiel von vielen, wo meine hässlichen, selbstgefälligen, stolzen, gewohnten Denkmuster ankämpfen gegen die unverschämte, sinnlose, verschwenderische, unvernünftige und alles überwindende Liebe meines Vaters im Himmel…?

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Der gefährliche Gott

Für mich persönlich die größte Überraschung und bisher der geistliche Höhepunkt des Willow-Kongresses: Kay Warren. Ohne Starallüren und mit großer Offenheit erzählt sie, wie Gott sie aus ihrer sauberen, sicheren, Vorstadt-Christlichkeit herausgerufen hat, um sie mit dem Leid und dem Leiden in dieser Welt zu konfrontieren. Kay sagt:

Es gibt 12 Millionen AIDS-Waisen auf der Welt. Ich kannte nich ein einziges Waisenkind. Wie kann das sein?

Kay beschreibt, was es in Wirklichkeit bedeutet, sein Kreuz auf sich zu nehmen und Jesus nachzufolgen. Sie hat erfahren:

God is not safe. But he is definitely good.

„Sein Kreuz auf sich nehmen“ – wie oft haben wir diese Formulierung vergeistlicht, entschärft, verniedlicht… für die Jünger damals war völlig klar, dass Jesus sie fragt: „Würdest du für mein Reich leiden und dein Leben lassen?“

Ich frage mich: Bin ich bereit, mein eigenes kleines Reich von Sicherheit, Berechenbarkeit und Komfort aufzugeben, um im Reich Gottes zu leben? Was ist die Grenze dessen, was Gott von mir verlangen darf? Stillen Konsum, Kommerz und Komfort den Hunger meiner Seele – oder habe ich mich an einen gefährlichen Gott ausgeliefert, der mich wirklich beunruhigt, und meine kleine ordentliche Welt ruiniert – für sein Reich, seine Menschen, seine Ehre?

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Vom Pferd gefallen

Eher augenzwinkernd wirft Astrid Eichler eine Frage auf, die mir noch läger nachhängt:

Wir Christen sind gut darin, auf der einen oder der anderen Seite vom Pferd zu fallen. Und Gott ist sehr beschäftigt damit, uns immer wieder in den Sattel zu heben…

Da ist viel Wahres dran, finde ich, besonders auch was die Rolle von Frauen im Reich Gottesangeht…

Klar, wir wollen „sola scriptura“ leben, nur auf Basis der Bibel allein. Und doch leben wir mitten im Spannungsfeld unserer Gesellschaft, sind mehr von eigenen Traditionen und Auslegungsgeschichte geprägt als uns lieb ist, sind verletzt durch alle möglichen Aktivisten (die lieber auf der richtigen Seite stehen wollen als „einander höher zu achten als sich selbst“). Astrid Eichler sagt:

Der Schlüssel liegt in jedem Fall nicht in Macht, sondern in Demut.

Unsere Gesellschaft wird kaum davon bewegt und beeindruckt sein, dass wir über das Thema „Frauen in der Gemeinde“ nachdenken. Aber wie wir das tun, spricht Bände darüber, ws Nachfolge Jesu bedeutet. Das ist die wahre Herausforderung…

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