glaub-würdig

Neues Buch angefangen: Building Leaders von Aubrey Malphurs und Will Mancini. Hauptthema ist die Leiterschaftsentwicklung in christlichen Kirchen und Gemeinden (oder anderen Organisationen). Im ersten Kapitel über Leiterschaftsgrundlagen bin ich über das Thema „Glaubwürdigkeit“ (credibility) gestolpert. Malphurs und Manici sehen drei Faktoren, die einen Menschen (und einen Leiter) Glaubwürdigkeit verleihen:

credibility = character + competence + clear direction

Klingt sehr vereinfacht, und OK – brauchen wir wirklich drei mal den gleichen Anfangsbuchstaben? Aber je länger ich darüber nachdenke, um so einleuchtender finde ich es.

Um so mehr Beispiele fallen mir ein von Menschen, die ich unbewusst glaubwürdig finde: Weil alle drei Faktoren Charakter, Fachkompetenz und klare Marschrichtung mehr oder weniger stark ausgeprägt vorhanden sind. Um so mehr Beispiele fallen mir ein von Menschen, die ich unbewusst wenig unglaubwürdig finde: Weil sie vielleicht fachlich top sind, aber deutliche Charakterschwächen haben. Oder weil sie sehr zielstrebig rüberkommen, aber eigentlich nicht wissen, wovon sie reden.

Und ich frage mich: Welche Faktoren begünstigen wir in unserer Arbeitswelt, unserer Gesellschaft, unseren Talk-Shows… unseren Gemeinden? In welchem Bereich bin ich selbst unterbelichtet?

Mehr

Glauben oder Leben?

Wie oft begegnet mir diese Frage – in Büchern, in Predigten:

Wie kann ich das, was ich glaube, im Alltag umsetzen?

Ich finde, die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wir leben genau das, was wir glauben. Wenn wir eine Lücke erahnen zwischen unserem Alltag und dem was wir laut eigenem Bekenntnis glauben, dann haben wir an dieser Stelle nicht einfach nur ein Umsetzungsproblem. Sondern Unglauben.

Jesus hat das mal so ausgedrückt (Matthäus 7,17): Ein guter Baum bringt gute Früchte, und ein fauler Baum schlechte Früchte. Würden wir bei diesem faulen Baum von einem „Umsetzungsproblem“ sprechen?

Konkret:

Wenn ich zwar glaube, dass Gott jeden Menschen als sein unendlich wertvolles Ebenbild geschaffen hat, und ich gleichzeitig die Leute in meiner Gemeinde in „wichtig“ und „unwichtig“ einteile – dann habe ich kein Umsetzungsproblem. Sondern ich mache mir etwas vor, was meinen Glauben betrifft; in Wahrheit gibt es unausgesprochen in meiner Vorstellungswelt eben „wertvolle“ und „weniger wertvolle“ Ebenbilder.

Wenn ich zwar glaube, dass Gott mich versorgt und jedes Haar auf meinem Kopf gezählt ist, und ich gleichzeitig damit hadere, dass ich mir nicht das neueste Technikspielzeugleisten kann, was ich doch so gerne hätte – dann habe ich kein Umsetzungsproblem. Sondern es gibt eine kleine Ecke in mir, die eben doch daran zweifelt, dass Gott ganz genau weiß was ich wirklich brauche. Und es mir gerne gibt.

Niemand von uns ist da perfekt. Aber ich möchte ehrlich damit umgehen. Mein Problem ist nicht, dass ich Gott voll vertraue und es nur in der Praxis noch nicht gut umsetze. Sondern dass ich Gott eben nicht voll und ganz vertraue. Von Pastor Wilhelm Busch stammt das Zitat:

Glaube ist meine Zustimmung zu dem, was bei Gott wahr ist.

Ich wünsche mir mehr Mut zur Zustimmung. Für mich, für unsere Gemeinden, für unsere Welt…

Mehr