Jesus und der Gelbe Sack

Warum müssen eigentlich immer Männer den Müll rausbringen? Was steckt in unseren Genen, dass wir für Altpapierentsorgung und Biomülleimer-Auswaschen geradezu prädestiniert zu sein scheinen?

Neulich war’s mal wieder so weit: Ich sitze im Keller, will den „Grünen-Punkt-Müll“ aus der Küche in den Gelben Sack stopfen – und der ist voll. Also: Klappe auf, Sack rausnehmen, Stopfen (vorsichtig, sonst platzt er und das Zeug fliegt überall durch den Keller), roten Bindfaden abreißen und zubinden, wegstapeln, neuen Sack von der Rolle abreißen, in den Ständer hängen – und dann, endlich Mülleimer hineinleeren… seufz… warum immer ich?

Aus irgendeinem Grund kommt mir Kolosser 3,17 in den Sinn:

Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Was bedeutet das im Keller, beim Müll? Was bedeutet es, den Müll im Namen Jesu zu leeren? Ich stelle mir vor, es wäre der Müll von Jesus, den ich ausleere. Sein Gelber Sack. Und plötzlich ist es OK. Jesus kümmert sich mit vollem Einsatz um den Müll meines Lebens – natürlich bringe ich seinen Müll weg! Es ist eine Ehre, den Müll für Jesus wegzubringen. Und wenn ich das ganze Leben lang nichts anderes täte – solange es sein Müll ist…

Zugegeben: Vielleicht vergesse ich’s beim nächsten Müll-in-den-Gelben-Sack-leeren wieder. Aber was wäre wenn… wenn ich doch in mehr Alltagssituationen „alles was ich tue, im Namen von Jesus“ tun würde?

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Der Gott der Unberührbaren

Einmal kommt ein Leprakranker zu Jesus und bittet ihn – vorsichtig und mit Abstand – um Heilung (Lukas 5). Und dann heißt es in dem Bericht:

Und [Jesus] streckte die Hand aus und rührte ihn an und sprach: Ich will’s tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.

Kein frommer Jude, schon gar kein Rabbi, wäre dem Leprakranken nahe gekommen, geschweige denn dass er ihn berührt hätte. Keiner – ausser dem Rabbi, der Gott selbst ist. Gott selbst fasst diesen Unberührbaren an, der die Berührung vielleicht noch viel mehr braucht als die Heilung…

Ich frage mich: Wer sind die „Unberührbaren“ in meinem Leben? In meiner Welt? Wo bin ich wie mein Gott, der die Unberührbaren berührt?

John Ortberg bringt es mal sehr treffend auf den Punkt mit dem Satz (sinngemäß zitiert):

Erst wenn ich anderen so nahe komme, dass ich unter ihrer Verletzung leide, bin ich ihn ihnen so nahe, dass sie meine Liebe spüren können…

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