Instant-Kultur

Bin gestern über einen simplen aber sehr grundlegenden Gedanken von Ken Davis gestolpert: Wenn ich von hier aus zu einem anderen Ort möchte, muss ich dorthin gehen (oder fahren, reisen etc.) – sofortiges „Beamen“ gehört ins Reich der Science Fiction. Und manchmal kann das Dorthin-Gehen bekanntlich sehr anstrengend, nervig und aufwändig sein:

Bevor ich auf dem Gipfel stehe, muss ich den Berg ersteigen.
Bevor ich eine schwarze Piste runterfahren kann, muss ich Skifahren trainieren.
Bevor ich ein geduldigerer Mensch bin, muss ich hart an mir arbeiten (ich zumindest).

Wie kommen wir eigentlich auf die Idee, wir könnten unsere Ziele „einfach so“ erreichen? Warum geben wir eigentlich oft so schnell auf, wenn sich der Weg zum Ziel als anstrengend, nervig und aufwändig herausstellt?

Wir leben in einer Instant-Kultur. Aber nicht in einer Instant-Welt. Gehen geht vor Stehen.

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How do you like my living?

Bin heute morgen hinter einem Krankentransport hergefahren. Hinten ein Aufkleber: „Fahrstil OK?“ und dann eine Telefonnummer. Was doch so alles aus Amerika zu uns rüberschwappt: „How do you like my driving“ auf Deutsch… Ich dachte noch: „Da ruft doch nie jemand an“ – da wechselte der Transporter die Spur ohne zu blinken.  „Welche Nummer ist das nochmal?“ – war eine Zehntelsekunde lang versucht, die Nummer in mein Handy einzutippen und mich zu beschweren.

Was wäre eigentlich wenn das Bodenpersonal Gottes mit einem Aufkleber herumlaufen würde? Lebensstil OK? How do you like my living?

Soweit ich da von mir auf andere schließen darf, gäbe es schon genug Anlässe für meine Mitmenschen, ab und zu zum Handy zu greifen und anzurufen. Die meisten Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wie glaub-würdig Christen leben. Wie gut Anspruch und Wirklichkeit zusammen passen.

Natürlich geht es bei der Nachfolge Jesu nicht in erster Linie darum, möglichst keinen Anstoß zu erregen, äußerlich eine weiße Weste vorzuzeigen, die Anzahl der Beschwerden zu minimieren. Jesus selbst ist da ein gutes Gegenbeispiel. Und doch ist mir oft viel zu selten bewusst, dass ich mein Leben, Gedanken, Entscheidungen, Unterlassungen usw. eines Tages vor meinem Herrn werde verantworten müssen.

Aber sein Anruf ist der einzige, der wirklich zählt.

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Gottes gute Vorsätze

Die Jahreslosung 2008 ist für eine Menge zweiter Blicke und Gedanken gut:

Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Das sagt Jesus zu seinen Nachfolgern in Johannes 14, 19. Ihr sollt leben – genau das wollen wir doch alle: Erfüllung. Leben. „Ihr sollt leben“, das bedeutet: Gott ist nicht der kosmische Spielverderber. Er meint es wirklich gut. Er weiß, wie das Leben funktioniert. Er will, dass wir „Leben zur vollen Genüge“ haben (Johannes 10,10). Gott ist absolut für uns – aber eben nicht zu unseren Bedingungen. Das ist nicht lieferbar.

Wenn Gott tot wäre, wäre der Glaube eine Erinnerungszeremonie an Historie und Traditionen und wir müssten uns selber erfülltes Leben besorgen („Lasst uns essen und trinken denn morgen sind wir tot“) – das würden wir aber nicht finden , daran lassen ganze biblische Bücher wie Prediger („alles ist Jagd nach Wind“) wie auch die praktische Erprobung keinen Zweifel.

Aber nun ist Jesus auferstanden und lebt – und deshalb hat das Versprechen Gottes Substanz, Glaubwürdigkeit. Und es „glänzt“: Ihr sollt leben. Wie ich, so sollt auch ihr leben. So wie ich, so reich, so erfüllt, so herrlich wie ich: Nicht „keine Fehler machen“, nicht „religiös sein“, sondern Leben des Schöpfers aus-leben: Freiheit, Gaben entwickeln, wachsen, feiern, lachen – positiv eben.

Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Ein guter Vorsatz Gottes für 2008, zu unseren Gunsten. Und im Gegensatz zu mir hält Gott seine guten Vorsätze ein.

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