Faustformel

Manchmal muss man schnell und instinktiv reagieren. Wie schafft man es, die einfachen, schnellen, alltäglichen Entscheidungen in einer Weise zu treffen, die Gott ehren – ohne zuerst ein langes Bibelstudium machen zu müssen?

Zum einen sicher, indem man sich tatsächlich und ohnehin lange der Bibel aussetzt. Und dann in der speziellen Situation sozusagen „imprägniert“ ist mit der Weisheit Gottes. Darüber hinaus kann ich mir eine Erinnerungshilfe zulegen. Was für die einen ein „What would Jesus do“-Armband ist, könnte für mich eine knappe aber praxisnahe Formulierung aus Micha 6,8 werden, die gut ausdrückt, um welche innere Haltung es Gott geht:

Haltet euch an das Recht, begegnet anderen mit Güte, und lebt in Ehrfurcht vor eurem Gott!

Was für eine Faustformel.

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Party für Sünder

Heute ist Buß- und Bettag, Feiertag nur im Bundesland Sachsen. Beten mag noch gehen – aber Buße mögen wir irgendwie nicht. Selbst wenn wir zu Jesus gehören und er „für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist“ – diese Tatsache bleibt leider oft – viel zu oft – eine für richtig gehaltene theologische Tatsache. Gute Gefühle macht es uns nicht wirklich.

Warum reden wir eigentlich so ungern über Buße, tun so als „dürfe Sünde eigentlich nicht sein“ – obwohl im Himmel jedesmal eine Party steigt, wenn ein Sünder umkehrt? Ist das denn anders, wenn einer der zu Jesus gehört, eine Sünde bekennt und an einer Stelle seines Lebens wieder reinen Tisch macht mit seinem Herrn?

Ich wünsche mir das für mich und für unsere Gemeinden – dass wir wieder lernen, Buße positiv zu sehen. Seinen eigenen Macken ins Gesicht zu sehen tut weh. Aber ihre Vergebung – die sollten wir feiern lernen!

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Durst

„Ich hab Durst… Papa – ich hab so Durst“. Beim vierten, fünften Mal nervt mich mein Sohn dann doch gewaltig. Woher soll ich jetzt etwas zu trinken nehmen, während wir im Auto sitzen und zum Einkaufen unterwegs sind? Warum fragt er überhaupt so oft – hält er mich für taub, oder hält er mich für einen Rabenvater, der ihm ein dringendes Bedürfnis nicht erfüllen will?

Ich frage nach: „Denkst Du, dass ich weiß, dass Du Durst hast?“ – „Ja.“
„Denkst Du, dass ich in der Lage bin, Dir etwas zu Trinken zu geben?“ – „Ja.“
„Denkst Du, dass ich Dir gerne etwas gebe, was Du dringend brauchst?“ – „Nein.“

Als ich den Schlag gegen meine väterliche Selbstwahrnehmung überwunden habe, geht mir auf, dass ich mit Gott oft genau das gleiche Problem habe. Ich bin ziemlich sicher, dass er mich hört wenn ich bete. Ich bin ziemlich sicher, dass er alle Macht hat, mir zu geben was ich will. Ich bin mir nicht mehr ganz so sicher, dass er mir gerne gibt, was ich will…

Wenn es bei mir unterschwelliges Misstrauen Gott gegenüber gibt – dann genau an dieser Stelle…

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