Kurzer Prozess mit dem bisherigen Eheverständnis

Heute hat der Deutsche Bundestag mehrheitlich die Veränderung des bisherigen zivilrechtlichen Eheverständnisses beschlossen. Die angesetzte Zeit zur Debatte war kürzer als eine Folge Tatort, danach sprach sich eine parteiübergreifende Mehrheit der Abgeordneten für die so genannte „Ehe für Alle“ aus. Ein Drittel der Abgeordneten votierte dagegen. (mehr …)

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Besser als Entschuldigung

Politiker tun es. Unternehmenschefs tun es. Berühmte Fußballspieler tun es. Und ich tue es auch, immer wieder: Mich entschuldigen.

Dabei geht das eigentlich gar nicht. Politiker, Unternehmenschefs, Fußballspieler und auch ich – wir alle können uns nicht einfach für etwas entschuldigen, wir können nur um Entschuldigung bitten. Denn Schuld kann nur durch Vergebung aus der Welt geschafft werden. Und Vergebung kann sich kein Mensch selbst zusprechen.

Entschuldigung und Vergebung sind immer abhängig von einem Gegenüber, und wer um Entschuldigung und Vergebung bittet, liefert sich selbst diesem Gegenüber aus. Sei es die Person, an der ich schuldig geworden bin, oder sei es Gott als letzte, höchste Autorität.

Dieses Prinzip wird deutlich an einem Gebet, das im Buch der Richter im Alten Testament zu finden ist.  Die Leute von Israel haben damals so zu Gott gebetet:

 „Wir haben schwere Schuld auf uns geladen. Tu mit uns, was du für richtig hältst, aber lass uns nicht untergehen; rette uns!“

Sie entschuldigen sich nicht selbst bei Gott, sondern sie liefern sich Gott aus, vertrauen seiner Entscheidung: Tu mit uns, was du für richtig hältst! Dabei machen sie die Erfahrung, dass Gott ihnen mit Gnade begegnet. Und sie nicht untergehen lässt, sondern rettet.

So ist Gott. Wer sich nicht selbst entschuldigt, sondern mit seiner Schuld auf Gottes Gnade vertraut, merkt, dass sie viel tiefer reicht, viel weiter trägt, und viel freier macht als jedes menschliche Sich-Entschuldigen.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Mitfreuen, Miesepeter!

Können Sie sich mit anderen Menschen freuen? So richtig mitfreuen? Ich begegne immer wieder Menschen, die damit offenbar Probleme haben.

Das fängt schon in der Schule an: Nicht viele freuen sich wirklich mit einer Mitschülerin, die eine gute Note geschrieben hat. Oft sind Neid und Missgunst zur Stelle und der Vorwurf, eine Streberin zu sein. Und so geht es weiter – ist ein Kollege in der Firma sichtbar erfolgreich, tratschen andere in der Kantine schnell darüber, was bei ihm angeblich gar nicht so gut gelaufen sei.

Christen sind da keine Ausnahme – leider. Auch da  gibt es Miesepeter, die hinter augenscheinlichem Segen in Wahrheit unheilige Motive vermuten.

Ich sage: Wie schade! Wie schade, wenn Menschen sich nicht mitfreuen können an dem, was anderen gelingt. Sich nicht mitfreuen können an dem, was Gott anderen Menschen schenkt!

Im Buch des Propheten Jesaja heißt es zum Thema „Mitfreuen“ (Jesaja 66, 10):

Freut euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freut euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.

Jerusalem wird hier als Sinnbild und Zentrum der geistlichen Wiederherstellung Israels beschrieben. Und alle werden eingeladen, Teil davon zu werden und sich daran mitzufreuen. Denn Gott freut sich am Mitfreuen.

Ich nehme daraus die Frage mit: Woran möchte ich mich eigentlich heute so richtig mitfreuen?

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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