Paris: Beten statt Süppchen kochen

Freitag abend, ich schalte den Fernseher ein, kurz vor der Halbzeit des Freundschaftsspiels Frankreich – Deutschland. Mein Smartphone ist ausgeschaltet und hängt am Ladekabel. Ich wundere mich, warum das Spiel so dahinplätschert. Warum im Stadion keine Stimmung ist. Warum der Kommentator der ARD so lustlos und einsilbig agiert. Erst nach und nach wird mir klar, was gerade passiert ist. Was gerade passiert.

Ich hänge bis spät in die Nacht im Internet: Twitter, Nachrichtenportale, zwischendurch Sondersendungen im Fernsehen. Atemlos, fassungslos, orientierungslos – alle.

Ich lese von „Schockstarre“ – aber in den sozialen Netzwerken finde ich das Gegenteil. Aktivität bis hin zum Aktivismus. Viele Menschen drücken ihre Trauer aus, Mitleid, Angst, Wut du Zorn. Während die einen noch am Freitag abend vor einer Verknüpfung mit dem Flüchtlingsthema warnen, arbeiten andere eifrig an genau dieser Verbindung. Manche rufen unter dem Hashtag #PrayForParis  zum Gebet auf, während ein Atheistenverband den Glauben an irgendeinen Gott zur Grundursache des Terrors erklärt. Manche färben ihr Facebook-Profilbild in den Farben der Trikolore, andere finden das scheinheilig weil es in der arabischen Welt in den letzten Wochen viel mehr Terror-Opfer gegeben habe.

Haben die Sicherheitsbehörden versagt? Beginnt jetzt eine Art Dritter Weltkrieg? Was ist nun politisch zu tun? Es sind viele Fragen, die uns bewegen. Und viele, die jetzt ihr Süppchen kochen. In den klassischen Medien genauso wie in den sozialen Netzwerken. So ist das wohl in einer Mediengesellschaft.

Als Christ möchte ich aber kein Suppenkocher sein.

Ja, als Christ kann und will ich mich all diesen Fragen nicht entziehen. Sie gehören dazu, weil Nachfolger Jesu aufgerufen sind, ihre Welt mitzugestalten und mit zu verantworten. Aber ich will bei diesen Fragen nicht beginnen, sondern bei etwas, das Sicherheitsbehörden genauso wenig können wie Atheistenverbände oder die Kritiker der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

Als Christ möchte ich mit dem Gebet anfangen. Mit meinem Vater im Himmel reden über das himmelschreiende Leid der Opfer, die Angst der Umstehenden, die Wut der Angehörigen, die Hilflosigkeit in unserer Welt. In Paris und darüber hinaus. Christen wissen genauso wenig, was jetzt zu tun ist, wie alle anderen auch – mit einer Ausnahme: Beten. Für Christen ist Beten keine Weltflucht, sondern der Beginn von Weltverantwortung, die aus dem Beten erwächst.

Was auch immer Sie in den sozialen Netzwerken tun, wo auch immer Sie die Nachrichten verfolgen: Beten Sie mit?

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Der Gott, der mich sieht

Immer wenn’s mir schlecht geht, wünsche ich mir zwei Dinge: Dass es besser wird, natürlich. Aber vorher wünsche ich mir noch etwas anderes: Dass jemand sieht, wie es mir geht. Dass jemand Anteil nimmt an dem, was mich belastet. Dass mir jemand nahe kommt und ein Stück eines schwierigen Weges mit mir geht.

Auf so einem schwierigen Weg war Hagar; eine Frau, die vor rund 4.000 Jahren lebte. Damals lief das so: (mehr …)

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Mein Festival. Dein Festival?

Heute habe ich mich angemeldet zum Christival 2016. Warum? Weil das Christival eine große Chance ist, christliche Jugendarbeit überall in unserem Land gemeinsam weiter zu entwickeln. Damit auch in Zukunft Christen ihren Glauben in unsere Gesellschaft einbringen – begeistert, verantwortlich, sprachfähig und glaubwürdig.

Deshalb engagiere ich mich im Christival Leiterkreis und unterstütze das Projekt als Mitglied im Kuratorium. Deshalb bin ich als Mitarbeiter in Karlsruhe dabei (Seminar 03-07 / Hilfe, ich soll was leiten!). Sehen wir uns in Karlsruhe?

Dann müsstest du dich jetzt hier online anmelden

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