Splittersucher

Kennst du Splittersucher?

Sie schauen dir ins Gesicht, sehen dir in die Augen. Aber sie suchen dort nicht Verständnis, Verstehen oder Verständigung; sie suchen den Splitter. Splitter – das, was offensichtlich nicht in Ordnung ist, was Gott sich nachweislich anders gedacht hat. Und wenn sie einen solchen Splitter gefunden haben, weisen sie darauf hin.

Manche Splittersucher wollen dir wirklich helfen. Sie meinen, du hast vielleicht nur noch nicht so verstanden wie sie verstanden haben. Denn wenn du wüsstest, was sie wissen, so denken sie, dann hättest du dir den Splitter doch sicher längst selbst entfernt.

Anderen Splittersucher bist du in Wahrheit ziemlich gleichgültig. Wenn sie über deinen Splitter reden, sprechen sie in Wahrheit gar nicht mit dir. Sie sprechen mit anderen, die die Dinge so sehen wie sie. Sie demonstrieren ihren Erfolg vor ihrem Publikum mit jedem Splitter, den sie bei dir finden.

Und wieder andere Splittersucher suchen den Splitter in deinen Augen nur für sich selbst. Sie sind verliebt in das Gefühl, auf der richtigen Seite zu sein. Der Wahrheit verpflichtet zu sein. Die Dinge so zu sehen, wie Gott selbst sie sieht.

Kennst du solche Splittersucher?

Jesus kannte welche. Viele. Und er hat sie nicht besonders gemocht. Im Gegenteil – er hat mit ihnen die einzige Sprache gesprochen, die sie verstehen: Klartext. Das klingt so (Lukas 6,41-42):

„Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? … Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!“

Für Jesus sind Splittersucher Heuchler. Egal ob sie dir aus einem Überlegenheitsgefühl heraus helfen wollen, Betätigung von ihrem eigenen Publikum suchen oder nur das gute Gefühl in sich selbst gerecht zu sein – all diese inneren Motive sind ein dicker Balken im Vergleich zu deinem Splitter.

Und deshalb sind Splittersucher Heuchler. Sagt Jesus.

Ich denke, er darf das sagen, denn er ist selbst kein Splittersucher. Er hat als einziger keinen Balken im Auge. Er ist der einzige, der dich sieht, wie du wirklich bist. Er ist der einzige, der mit deinem Splitter umgehen kann. Mit dem was nicht in Ordnung ist, was dich fertig macht, was er sich anders gedacht hat.

Splitter sind nicht OK. Aber du brauchst mich nicht, um das zu wissen. Du brauchst Jesus, der dir mit deinem Splitter wirklich helfen kann.

Aber was uns andere angeht: Lasst uns mit Jesus über unsere eigenen Balken reden. Lasst uns keine Heuchler sein. Lasst uns endlich aufhören mit dem Splittersuchen.

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Ende der Diskussion

Heute ist ordentlich Dampf in der Klasse 9a. Es geht um das Ziel der Abschlussfahrt. Egal was der Lehrer vorschlägt – immer gibt es Schüler, die erregt dagegen sind: „Nein, wir wollen lieber in eine Großstadt, wo was los ist! Nein, lieber ans Meer! Nein, auf jeden Fall ins Ausland!“ Irgendwann reicht es dem Lehrer, er verkündet seine Entscheidung, Ende der Diskussion. Auch wenn es in der 9a noch grummelt und murmelt, die Sache ist klar.

„Ende der Diskussion“, das klingt unfreundlich, hart, autoritär. Aber die Schüler wissen jetzt, woran sie sind. Für jeden ist klar, dass der Lehrer die Verantwortung für diese Entscheidung trägt. Den Schülern hilft diese Klarheit, aus dem Mäkeln herauszukommen und dem Urteil des Lehrers zu vertrauen.

Auch Gott macht manchmal eine klare Ansage, wer der Chef ist. Zum Beispiel im Buch des Propheten Jesaja gegenüber dem persischen König Kyrus. Der hatte mit seiner Armee die halbe damals bekannte Welt erobert und ist sich vermutlich beinahe allmächtig vorgekommen. Aber Gott warnt Kyrus vor Überheblichkeit und stellt in Jesaja 45,6-7 klar:

Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der dies alles tut.

Das wird der machtverwöhnte Kyrus nicht gerne gehört haben, genauso wenig wie der heutige Mensch, der gewohnt ist, alles durch die Brille seiner eigenen Vorstellung zu sehen.

Aber manchmal ist Gottes „Ende der Diskussion“ genau das, was ich hören muss. Es hilft mir, aus dem Mäkeln herauszukommen und neu zu vertrauen. Manchmal bin ich eben nur der Ton, auch wenn ich mich für den Töpfer halte.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Wer bin ich?

„Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“, so lautet der oft zitierte Titel eines Buches des deutschen Philosophen Richard David Precht. Darin führt er seine Leser zu Grundfragen der Philosophie wie „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“ oder „Was darf ich hoffen?“. Prechts Buch wurde über eine Million Mal verkauft und belegte vier Jahre lang ununterbrochen Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste – Langzeitrekord.

„Wer bin ich“ – das ist eine der wichtigsten Fragen, die ein Mensch sich in seinem Leben stellen kann. (mehr …)

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