Wurde heute im Auto von einem Jogger überholt. Ich stand an einer Ampel im Stau, und da lief er vorbei: Gleichmäßig trabend, locker, sportlich federnd… und dünn. Sehr dünn.

„Warum joggt der eigentlich, der hat es doch offensichtlich gar nicht nötig“ – mein erster Gedanke. Und dann hat er sich plötzlich herumgedreht, der Gedanke: „Genau deshalb ist er wohl so dünn, weil er regelmäßig joggt“. Für den fleißigen Läufer war Joggen kein einmaliges Mittel, um einmalig etwas zu schaffen. Sondern eine regelmäßige Gewohnheit, um jemand zu sein.

Viel zu oft sind wir vermutlich damit beschäftigt, uns anzustrengen um ein gestecktes Ziel zu erreichen – und vieles davon geschieht ja auch bewusst im Namen Gottes, um sein Reich zu bauen. Aber zumindest in meiner ganz persönlichen geistlichen Entwicklung – geht es da nicht viel mehr darum, wer ich werde?

Die Lauf-Zeit eines Christen reicht bis zum letzten Atemzug. Dann, wenn wir „den Lauf vollendet“ haben werden, wie Paulus das einmal beschreibt. Ich möchte sie neu entdecken und wertschätzen, „Heilige Gewohnheiten“ im Leben mit Jesus. Nicht um ein definiertes strategisches Ziel zu erreichen. Sondern um auf lange Sicht die Person zu werden, die ein klein bisschen mehr als heute so ist wie Jesus.