Erwin McManus wirft in einer Predigt eine wichtige Frage auf: Christen reden oft von der Wahrheit – aber sind sie dabei auch wahrhaftig? Werden sie damit Gottes Anliegen gerecht, spiegeln sie sein Herz wieder?

In der bekannten Bibelstelle Johannes 3, 16-17 wird ausdrücklich betont, dass Jesus nicht in die Welt gekommen ist um Menschen zu verurteilen, zu richten – sondern um sie zu retten. Natürlich – Jesus wird am Ende der Zeit Richter aller Menschen sein, und wir alle werden unser Leben auf die eine oder andere Weise vor ihm verantworten müssen. Aber er ist nicht auf die Welt gekommen, um zu richten. Er würde lieber alles andere tun. Er würde uns Menschen lieber „unter seine Flügel sammeln wie eine Henne ihre Küken“ (Matthäus 23, 37). Gottes Herz schlägt für die Verlorenen. Er ist kein Terminator auf „Seek-and-Destroy-Mission“. Warum gibt es dann Christen, die genau diesen Eindruck vorrangig kommunizieren?

Warum gibt es Christen die gesetzlich, verurteilend, unbarmherzig sind? Könnte es sein, dass sie schon immer gesetzlich, verurteilend, unbarmherzig waren – und ihrem Herzen dann noch ein bisschen Jesus hinzugefügt haben? Sie mögen die Wahrheit sagen, aber sie sind nicht wahrhaftig. Weil sie nicht das Herz Gottes widerspiegeln.

Genauso wenig wie es die Pharisäer zur Zeit Jesu getan haben: Bei der Steinigung der Ehebrecherin (Johannes 8) hatten die Pharisäer in der Sache Recht, sie vertraten die Wahrheit. Aber sie waren nicht wahrhaftig, denn ihr Herz passte nicht zu Gottes Herz. Jesus deckte das auf, als er sagte „Wer von euch ohne Sünde ist…“

Das ist eine Frage an mich: Wo beharre ich auf der Wahrheit, ohne wahrhaftig zu sein? Das ist mein Gebet für diese Woche:

Vater hilf mir wahrhaftig zu sein und dein Herz widerzuspiegeln, wann und wo immer es um die Wahrheit geht!