„Nicht schon wieder ein Leiterschaftsbuch“ – ich kann manche schon stöhnen hören. Zu oft sind wir bombadiert worden mit „10 easy steps“ oder dem ultimativen Konzept für Gemeindewachstum.

Habe gestern „Next Generation Leader“ von Andy Stanley angefangen. Obwohl ich in den letzten Monaten sehr viele Bücher und Podcasts über Leiterschaft und verwandte Themen verschlungen habe, bin ich von Andy Stanleys Buch spontan begeistert (und ich habe auch schon Bücher weggeworfen weil sie einfach schlecht waren!).

Bei Stanley finde ich eine ziemlich seltene Kombination aus einem gleichzeitig bescheidenen und äußerst klarem und direkten Stil. Er verteilt rund 160 Seiten auf fünf einfache inhaltliche Teile: Kompetenz, Mut, Klarheit, Coaching und Charakter. Das war’s. Stanley bezieht die geistliche Sicht der Dinge mit ein, schreibt aber nicht nur für Leitung in Gemeinden; vieles passt genauso wie auf Gemeinden auch auf Unternehmen – und alles dazwischen. Ich würde das Buch auf eine Ebene – und ein Regal – mit „Mutig führen“ von Bill Hybels stellen (wobei Hybels sich deutlich stärker auf das Thema Gemeindewachstum bezieht).

„Next Generation Leader“ ist nicht nur eine Fundgrube von Kernsätzen, an denen man länger zu kauen haben dürfte („Versuchen Sie nicht, überall gut zu sein. Aber seien Sie da, wo Sie gut sind, wirklich gut“). Sondern räumt auch ganz nebenbei mit gängigen falschen Vorstellungen auf („Führungskräfte dürfen keine Schwäche zeigen“). 

Ganz neu aufgegangen ist mir ein Gedanke aus dem Kapitel „Mut“:

Ein Leiter ist nicht unbedingt der Klügste in einem Team. Auch nicht der Kreativste. Er ist nicht unbedingt der erste, der eine Chance wittert. Aber ein Leiter ist derjenige der als erster den Mut hat zu handeln. 

Wer nur ein einziges Buch über Leiterschaft lesen möchte, das nicht zu stark auf das Thema „Gemeindewachstum“ abzielt – der werfe dringend einen Blick in „Next Generation Leader“ von Andy Stanley.