Neulich auf dem Weg in den Hauskreis: Das Nachbarhaus unserer Freunde war hell erleuchtet – mit den obligatorischen Outdoor-Weihnachts-Lichter-Girlanden. Jeder der sorgsam in einer Linie ausgerichteten Ziersträucher im Vorgarten war in ein Ensemble funkelnder Lichter verwandelt worden. Sehr stimmungsvoll!

Der vorderste Strauch beleuchtete aber nicht nur die Nacht – sondern auch ein durchsichtiges Stück gelbes Plastik. Beim näheren Hinsehen entpuppte sich die ungewöhliche Dekoration als die übliche Plastikmüllsammelverpackung – ein gelber Sack. Wie der Mond von der Sonne angestrahlt wird, glühte das sackgewordene Umweltbewusstsein der Hauseigentümer mattgelb im Dunkeln.

Irgendwie ein sehr passendes Bild für mein Leben, finde ich: Ich schmücke mich mit positiven Seiten, Talenten, Errungenschaften, Erfolgen. Die nicht nur nett aussehen, in einer geraden Linie angeordnet sind, sondern auch für jedermann weithin sichtbar leuchten. Und gleichzeitig lässt sich der Müll meines Lebens nicht wirklich vermeiden: Er muss raus, vorne an die Strasse, zum Abholen. Vergebung bleibt nötig. Ich brauche meinen Gott, der seine Kinder nicht nur ermutigt („lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen“) – sondern der für den Müll meines Lebens da ist.

Einmal und immer wieder. Und manchmal mitten drin in allem Hellen, Leuchtenden, Strahlenden.