Interessanter Artikel bei Welt.de über den ehemaligen Schulrektor Adolf Timm: Zur Verbesserung des Bildungsniveaus schlägt er in seinem Buch „Die Gesetze des Schulerfolgs“ vor, vor allem in die Einstellung und das Verhalten von Eltern gegenüber ihren Kindern zu investieren. Timm sagt:

Das Drehen an den Stellschrauben der Bildungspolitik hat bisher wenig gebracht. Wir glauben, dass das Elterntraining den Schulerfolg der Kinder maßgeblich verbessern kann.

In seinem Buch formuliert Adolf Timm 36 „Gesetze“, die Eltern helfen sollen, ihre Kinder fit für die Schule und das Leben zu machen. Viele mögen selbstverständlich erscheinen („Nehmen Sie sich Zeit! Gehen Sie auf das Kind und seine Gefühle ein“), über andere freuen sich alle mit einer eher konservativen Grundhaltung („Geben Sie dem Kind einen moralischen Kompass“). Und über wieder andere muss man eigentlich erst mal in Ruhe nachdenken:

Es gibt Eltern-Hausaufgaben. Erledige Sie sie.

Nachdenken muss ich auch über die Frage, welche Eltern diesem klaren aber anspruchsvollen Maßnahmenkatalog gerecht werden können – oder welche Eltern zumindest die Bereitschaft mitbringen, an sich und ihrem Erziehungsstil zu arbeiten. Manche Eltern sind da sehr pragmatisch; eine Mutter meint zum Angebot eines Elterntrainings: „Man lernt so viel im Leben – aber nichts darüber, wie wir unsere Kinder gut durch die Schule bringen“.

Andere sind überzeugt, sich mit Schule und Erziehung auszukennen – schließlich waren sie selber ja auch mal Schüler. Timm weiß, dass solche Prozesse lange dauern können. Deshalb initiiert er an verschiedenen Standorten ganz praktische Elterntraining-Seminare. Timm weiß, dass die Eltern diese Aufgabe nicht an die Schule delegieren können, denn er sagt:

Churches change easier than schools.

„Kirchen ändern sich leichter als Schulen“ – da formuliert er immerhin einen Hoffnungsschimmer. Vielleicht nicht direkt für Schulen, aber wenigstens für Gemeinden und Kirchen…