iran-menschenrechte-diktatoren-das-fuerchten-lehren-igfm1Massendemonstrationen, gewalttätige Proteste, Paramilitärs auf Motorrädern, die mit Eisenstangen auf unbewaffnete Zivilisten einschlagen – heftig sind die Bilder aus dem Iran in diesen Tagen. Und sie produzieren Mitgefühl, Ohnmacht, und die Erinnerung an den Ruf „Wir sind das Volk“, der Ende 1989 durch Leipzig und andere ostdeutsche Städte hallte. Über das Internet verfolgen nicht nur tausende Exil-Iraner das Schicksal von Freunden und Verwandten im Iran: Es ist der weitgehend einzige nicht staatlich kontrollierte Nachrichtenkanal überhaupt.

Wenn ich bei Twitter nach dem Tag #Iranelection suche, bekomme ich jede Sekunde hunderte (!) Twitter-Posts aus dem Iran und vielen anderen Ländern: Wo marschiert gerade Polizei auf in Teheran, welche westliche Botschaft nimmt gerade Verletzte auf, wann startet wo welche Protestaktion. Kein Wunder, das das Mullah-Regime das Internet immer weiter einschränkt, so gut das auf die Schnelle geht.

Über das Internet sind wir also so gut informiert wie selten zuvor. Und deshalb auch so machtlos wie selten zuvor: Was kann ein Einzelner schon tun? Wie kann jemand in Deutschland mithelfen, dass Versammlungs- und Meinungsfreiheit im Iran befördert werden – zwei Werte die für uns so selbstverständlich sind dass wir fast nie darüber nachdenken?

Es gibt sicher viele Möglichkeiten – eine davon ist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM. Auf deren Website findet sich eine Textvorlage, die man per Post oder E-Mail an eine iranische Botschaft oder direkt nach Teheran senden kann. Zum Beispiel, um für das Recht auf Religionsfreiheit einzutreten, von dem auch Christen im Iran profitieren.

Ich werde jetzt gleich eine solche E-Mail an Mr. Achmadineschad schreiben. Ja, es ist nur ein kleiner Tropfen in ein großes Faß. Aber irgendwann wird auch das größte Faß durch einen kleinen Tropfen zum Überlaufen gebracht werden.

Wie beantwortest du die Frage: Wenn Menschen (Muslime hin oder her) sich für eine freiheitlichere Gesellschaftsordnung in ihrem Land einsetzen – was ist dann die Aufgabe von Christen?