Kontrolle ist gut – Einfluss ist besser. Oder?

Gerade als Deutsche stehen wir oft auf Kontrolle – obwohl die Zeit, in der wir leben, immer stärker von Einfluss geprägt wird als von Kontrolle. Ich glaube, das gilt von Anfang an schon für das Reich Gottes. Ein paar Gedanken zum Verhältnis von Kontrolle und Einfluss:

Kontrolle wird genommen, nicht gewährt. Wir denken in den Positionen und Ämtern, die wir inne haben und die uns Kontrolle über Personen und Sachen zusichern. Bei Kontrolle geht es um’s Nehmen, Dinge die „uns zustehen“. Kontrolle ist auf formellen Umgang angewiesen, baut Organisation, belohnt Verdienst, drückt sich in Gesetzen und Regeln aus.

Einfluss ist anders: Er wird von anderen gewährt, muss durch Vorbild, Kompetenz und Charakter erworben werden. Einfluss investiert sich in andere, es geht um’s Geben. Einfluss blüht in informellen Sturkturen, passt eher zu einem Organismus statt zu einer Organisation. Einfluss kann in Gnade handeln wo Kontrolle nur Verdienst kennt, Einfluss sieht den Einzelnen und den Einzelfall.

Kontrolle wie Einfluss können missbraucht werden und wurden es auch tausendfach. Da wo Einfluss zur Be-Einfluss-ung wird, wird es genau so schlimm wie da wo Kontrolle zur Diktatur wird. Und trotzdem würde ich jederzeit Einfluss der Kontrolle vorziehen. Einfluss sieht Chancen und Potential, wo Kontrolle regelt und einschränkt. Einfluss strebt nach Wachstum und Weiterentwicklung, wo Kontrolle alles über einen Kamm schert und den Status Quo sichern will.

Zugegeben – eine sehr subjektive Einschätzung.

Kontrolle oder Einfluss – wie ist deine subjektive Einschätzung? Wonach strebst du selbst? Wie sieht es in deiner Gemeinde aus?