In seinem Leadership-Podcast erzählt Andy Stanley von einer Krisensitzung beim amerikanischen Hühnchenbrater Chick-fil-A. Der bis dahin erfolgsverwöhnte Konzern sah sich innerhalb kurzer Zeit mit einem ernst zu nehmenden Konkurrenten konfrontiert, der das Land mit seinen Filialen überzog. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis Chick-fil-A seine Rolle als öffentlich wahrgenommener Platzhirsch würde abgeben müssen. Das Management war in Panik, entwickelte Pläne, getrieben von dem Wunsch „Wir müssen schneller größer werden!“.

In einer entscheidenden Sitzung schlug Truett Cathy, der Gründer und langjährige Chef der Hühnchen-Kette, auf den Tisch und sagte:

We need to get better, not bigger. If we get better, our customers will demand that we get bigger!

Zu Deutsch: Wir müssen zuerst besser werden, nicht größer! Wenn wir besser werden, werden unsere Kunden danach verlangen, dass wir auch größer werden [und zum Beispiel auch in ihrer Nähe eine Filiale eröffnen].

Wie viele Unternehmen, Organisationen, und – ja – auch manche Gemeinden sind getrieben von genau diesem Wunsch: „Wir müssen größer werden, wir müssen einflussreicher werden, wir müssen wachsen“? Ich glaube, dass das Machtwort  von Truett Cathy für viele Arten von Organisationen gilt: Wachstum ist ein positives, aber Wachstum um des Wachstums willen ist kein sinnvolles Ziel. Schon gar nicht, wenn es vor allem darum geht, die tatsächliche oder vermeintliche Konkurrenz auszustechen.

Wenn eine Organisation besser wird in dem, was sie tut – dann wird ihr Einfluss ganz unweigerlich wachsen. Und dieses Wachstum wird nicht innen hohl sein, getrieben von Gier oder Angst. Dieses Wachstum wird nachhaltig sein – denn es passt zu dem Umfeld, dem Markt, der Bevölkerungsgruppe, für die die Organisation letztlich da ist.

Frage an alle Leitungsverantwortlichen in Teams, Firmen, Gemeinden, Organisationen: Wenn du den Wunsch nach Wachstum hast – was genau treibt diesen Wunsch eigentlich? Und: Wo kannst du deine Organisation besser machen?