Leiter sind Zeitverschwender. Verwundert? Sind es im Stereotyp von Chef und Mitarbeiter nicht letztere, die versuchen, sich ihr Gehalt mit möglichst wenig Aufwand zu erkaufen? Und ist es nicht Aufgabe von Vorgesetzten, die Aufgabenfülle fortlaufend zu verdichten, um immer mehr Leistung aus seinen Leuten „rauszuholen“?

Spätestens der TV-Antiheld Stromberg hat einer Nation vor Augen geführt, was sie schon lange geahnt hat: Leiter sind Zeitverschwender. Vermutlich gerade deshalb, weil sie relativ frei und ohne direkte Rechenschaft über ihre Zeiteinteilung verfügen können, vertändeln manche Chefs ihre Zeit mit sinnlosen Verwaltungsvorgängen, dem Verfolgen persönlicher Interessen und auf Nebenkriegsschauplätzen.

Dabei sind diese Zeitfresser noch vergleichsweise leicht zu entlarven – weiß doch jeder bei ehrlicher Selbstanalyse, dass solche Dinge in Wahrheit in innerer Abschied aus einer äußeren Verantwortung sind. Viel gefährlicher sind die Dinge, die sich für Leiter tatsächlich wie „Leiten“ anfühlen, die Zeit und Energie in Anspruch nehmen – und die doch auf Dauer unproduktiv sind.

Ron Edmondson hat den ehrlichen Blick in den Spiegel riskiert und in seinem Blog die 7 häufigsten Arten zusammen getragen, wie er als Leiter Zeit verschwendet. Hier sind sie:

  1. Dauerkritikern zu viel Aufmerksamkeit widmen
  2. Sich weigern, Verantwortung zu delegieren
  3. Eigene Entscheidungen im Nachhinein anzweifeln
  4. Alle guten Ideen selber haben wollen
  5. Regeln und Strukturen nicht verändern, obwohl sie nicht (mehr) funktionieren
  6. Unorganisiert leben und leiten
  7. Dinge tun, die besser jemand anderes (oder niemand) tun sollte

Welche Zeitverschwendung hast du bei Leitern, Chefs und Vorgesetzten schon beobachtet? Und – ehrlicher Blick in den Spiegel – welches ist deine eigene Lieblings-Zeitverschwendung als Leiter?

Iich selbst schwanke noch zwischen Nr. 4 und Nr. 7 und brauche noch etwas Zeit, um nicht Nr. 3 zu riskieren…