Manche Momente verändern, wer wir sind: Die erste große Liebe, die Geburt eines Kindes, ein neuer Job. Oder eine Trennung, eine Kündigung, eine schlimme Diagnose. Solche Momente teilen das Leben in ein „Davor“ und ein „Danach“. Sie schlagen ein neues Kapitel in der Lebensgeschichte auf, beenden, was war – und beginnen etwas Neues: Unbekannt, herausfordernd und vielleicht auch gefährlich.

Mit manchen dieser Momente fühle ich mich alleine. Ich kann sie kaum mit Familie, Freunden oder Kollegen teilen. „Der macht das mit sich selbst aus“, sagen andere dann über mich.

Vielleicht hat Jesus das auch Menschen sagen hören an jenem Tag in Kapernaum. Einen ganzen Tag lang hatte er in der Kleinstadt gepredigt und Menschen geheilt. Die Leute standen Schlange, die ganze Stadt war vor der Tür versammelt, bis weit nach Sonnenuntergang.

In der Nacht schließlich müssen Jesus Fragen gekommen sein. „Ist dieser Erfolg wirklich mein Ziel? Sollen nicht auch Menschen in anderen Städten hören, wie sehr Gott sie liebt?“ Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf … und ging an eine einsame Stätte und betete dort. (Markus 1,35). Danach versammelt Jesus seine Freunde um sich und kehrt Kapernaum den Rücken, zieht als wandernder Prediger durch die umliegenden Ortschaften. Für ihn beginnt ein neues Kapitel.

Jesus hat diese Entscheidung nicht mit sich alleine ausgemacht, sondern sich im Gebet an Gott gewandt. Er wusste: Gott begleitet mich auch in den Momenten, die ich mit keinem Menschen teilen kann. An welchem Wendepunkt meiner Lebensgeschichte ich auch stehe – Gott ist nur ein Gebet weit entfernt.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)