Wenn jemandem etwas Gutes widerfährt… dann möchte ich nicht zurück bleiben.

Das war schon immer so: Wenn mein Bruder früher vom Kuchenteig naschen durfte, dann wollte ich auch. Wenn ein Klassenkamerad seine Hausaufgaben erlassen bekam, dann wollte ich auch. Wenn ein anderer aus dem Führerscheinkurs auf die Autobahn durfte, dann wollte ich auch.

Wenn jemandem etwas Gutes widerfährt… dann möchte ich nicht zurück bleiben.

Es scheint, als würde in allen Menschen eine Sehnsucht wohnen, das Gute nicht nur von außen zu beobachten, sondern darin einzutauchen. Das Gute ganz persönlich zu erleben, maßgeschneidert, ja selbst Teil des Guten zu werden.

So betet der Dichter von Psalm 106 im Hinblick auf Gottes Hilfe für das Volk Israel: Denke an mich, Herr, wenn du dich deinem Volk gnädig zuwendest – wenn du ihnen hilfst, dann hilf auch mir!

Wenn Gott seinem Volk etwas Gutes widerfahren lässt… dann möchte der Psalmdichter nicht zurück bleiben. Ich kann ihn gut verstehen.  Wenn Gott wirklich Leben zum Guten verändert, dann möchte ich das mit eigenen Augen sehen, wie es in Psalm 106 weiter heißt. Mich mitfreuen und gemeinsam mit anderen dankbar sein, mit diesem Gott durch das Leben gehen zu können.

Gottes Gnade ist anders als der Kuchenteig meiner Kindheit: Sie ist immer groß genug, dass auch für mich noch mehr als genug davon da ist. Mein Gott lässt mich nicht zurück.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)