Es gibt kaum etwas, das wir als ungerechter empfinden, als wenn jemand sein Versprechen nicht hält.

Ich denke an einen Lehrer, der eine Spielstunde nach der Klassenarbeit versprochen hat, aber dann doch den normalen Unterricht durchzieht. Ich denke an eine Mutter, die ihren Kindern nach dem Aufräumen eine halbe Stunde Fernsehen versprochen hat, und sie dann doch direkt ins Bett beordert. Ich denke an den Chef, der eine Beförderung in Aussicht gestellt und dann doch eine Kollegin vorgezogen hat.

Unsere Welt lebt davon, dass Menschen die Versprechen halten, die sie geben. Und gleichzeitig passiert es immer wieder, dass Versprechen nicht gehalten werden. Nicht immer  aus eiskalter Berechnung – ich habe schon Versprechen nicht gehalten, weil ich sie vergessen habe. Oder weil ich sie angesichts veränderter Umstände nicht aufrecht erhalten konnte. Vielleicht wäre es manchmal besser, weniger zu versprechen. Aber ohne Versprechen geht es nicht – sie sind die Währung in allen vertrauensvollen Beziehungen.

Das ist auch zwischen Gott und Menschen so. Vielleicht haben Sie Gott schon einmal ein Versprechen gegeben. Vielleicht haben Sie es am Ende nicht gehalten. Aber was auch immer Ihre persönliche Geschichte ist: Gott hält seine Versprechen. In Psalm 105,8 heißt es:

Niemals vergisst er seinen Bund mit uns, sein Versprechen, das er gab. Es gilt auch allen Generationen nach uns, selbst wenn es tausend sind.

Gott hält seine Versprechen. Er vergisst sie nicht und er verändert sie nicht, wenn sich die Umstände ändern. In der vertrauensvollen Beziehung zwischen Gott und Mensch sind seine Versprechen eine stabile Währung.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)