Als Kind habe ich nie Taschengeld bekommen. Irgendwie gehörte das nicht zu unserer Familientradition. Als Teenager fand ich das unfair: Meine Freunde in der Schule bekamen alle Taschengeld. Damit konnten sie machen, was sie wollen: Süßigkeiten kaufen, oder ins Kino gehen. Ohne ihre Eltern jedes Mal um Geld bitten zu müssen.

Mein erster Ferienjob mit 14 änderte alles. Ich verdiente zum ersten Mal selber Geld. Damit konnte ich nun auch machen, was ich wollte. Ohne meine Eltern fragen zu müssen. Es war ein wichtiger Schritt in die Welt der Erwachsenen. In dieser Welt verdienen viele Leute ihr eigenes Geld. Und können damit machen, was sie wollen. Ohne jemanden fragen zu müssen.

Aber dann gibt es noch die Dinge im Leben, die ich mir nicht erarbeitet und nicht verdient habe. Wichtige Dinge wie eine glückliche Beziehung. Kinder. Dass meine Arbeitskollegen in Ordnung sind. Gute Freunde. Meine Begabungen.

Alles das habe ich mir nicht verdient. Alles das wird mir anvertraut. Und deshalb kann ich damit nicht einfach machen, was ich will. „Das gehört dir, damit kannst du machen was du willst“ – mit diesem Satz geben Eltern ihren Kindern das erste Taschengeld. Aber die wirklich wichtigen Dinge im Leben werden mir mit einem anderen Satz gegeben: „Das wird dir anvertraut, gehe verantwortlich damit um.“

Es ist Gott, der Autor und Regisseur meines Lebens, der diesen Satz zu mir sagt. Deshalb möchte ich heute mit meinem Leben nicht einfach machen, was ich will. Sondern Gott dankbar sein und verantwortlich mit all dem Guten umgehen, was er mir anvertraut.

(zum Vers Kolosser 4,17 – erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)