Es gibt Dinge, die tue ich am liebsten alleine. Tagebuch schreiben, zum Beispiel. Oder mit einem guten Glas Wein meinen Gedanken nachhängen. Aber meistens bin ich viel und gerne mit anderen zusammen. „Der Mensch ist eben ein Herdentier“, sagen die Biologen. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“, sagt die Bibel.

Dieses „Zusammensein mit anderen“ leben wir mit unterschiedlicher Intensität:

Da gibt es Situationen, wo Menschen nebeneinander sitzen, weil sie ähnliche Interessen teilen. In der Volkshochschule zum Beispiel, oder bei einem Vortrag.

Manchmal leben Menschen auch miteinander, um sich gegenseitig zu ergänzen. Zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft oder in einem Team am Arbeitsplatz. Im Miteinander teilen wir Aufgaben und Erfahrungen.

Dann gibt es Menschen, die füreinander leben. Zum Beispiel in einer Familie oder in wirklich guten Freundschaften. Wir übernehmen füreinander Verantwortung und stellen eigene Wünsche hintenan.

Wussten Sie, dass es eine Gruppe gibt, die noch mehr ist als all das? Das ist die Gemeinschaft von Christen.

Vielleicht haben Sie wie ich da auch schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Aber ich finde: Keine Erfahrung kann das aufheben, was Jesus einmal über die gesagt hat, die ihm gemeinsam nachfolgen: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

In dieser Gemeinschaft teilen Menschen ein gemeinsames Interesse – aber sie ist mehr als ein menschliches Nebeneinander. In dieser Gemeinschaft teilen Menschen Aufgaben und Erfahrungen – aber sie ist mehr als ein menschliches Miteinander. In dieser Gemeinschaft teilen Menschen gegenseitige Verantwortung – aber sie ist mehr als ein menschliches Füreinander.

In dieser Gemeinschaft ist Jesus selbst gegenwärtig. Erfahrbar. Wirksam. Deshalb hat christliche Gemeinschaften über 2.000 Jahre immer wieder Menschen magnetisch angezogen.

Das kann man heute noch ausprobieren.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)