„Das Leben ist kein Ponyhof!“ Dieser Satz fällt oft, wenn Menschen andere Menschen mit der unbequemen Realität des Lebens konfrontieren. Wenn die Chefin im Büro Mehrarbeit im Team verteilt, zum Beispiel. Oder wenn der Lehrer seinen stöhnenden Schülern einen dicken Packen Hausaufgaben verordnet.

„Das Leben ist kein Ponyhof“, das meint: Es läuft im Leben halt nicht immer so, wie ich persönlich das vielleicht gerne hätte. Nicht alle Träume werden wahr, nicht alles ist niedlich, nett und rosarot. Was ich mir wünsche, ist nicht ohne Anstrengung zu haben – und manchmal auch gar nicht.

Auch dann nicht, wenn Gott mit im Spiel ist. Ich kenne Leute, die geglaubt haben, wenn sie Gott vertrauen, dann würde er ihre Wünsche erfüllen, würde Anstrengung, Härte und Scheitern aus ihrem Leben entfernen. Aber das ist Wunschdenken, ein Ponyhof-Glaube.

Gott hat seinen Menschen nie einen Ponyhof versprochen. Aber dafür etwas anderes, realistisches. In den Worten des alttestamentlichen Propheten Jesaja sagt Gott:

Musst du durchs Wasser gehen, so bin ich bei dir; auch in reißenden Strömen wirst du nicht ertrinken. Musst du durchs Feuer gehen, so bleibst du unversehrt; keine Flamme wird dir etwas anhaben können.

Das gilt für jeden, der Gott vertraut – auch für mich heute. Ja, das Leben ist kein Ponyhof. Manchmal muss ich in tiefes Wasser oder durchs Feuer gehen. Aber auch im Wasser oder im Feuer ist Gott bei mir. Das ist mehr als Wunschdenken. Darauf kann ich mich wirklich verlassen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)