Langsam geht die Schulzeit meiner Kinder zu Ende. Und damit werden auch manche Themen am Küchentisch seltener: Wie war es in der Schule? Wie ist die Klassenarbeit gelaufen? Wie ist dein neuer Lehrer?

Das Gespräch mit meinen Kindern führt mich in Gedanken zurück in meine eigene Schulzeit. Wie ich meine eigenen Lehrer erlebt habe. Manche Lehrer habe ich als Schüler sehr entspannt und gemütlich erlebt. Heute denke ich, dass sie vielleicht einfach keine Lust hatten, uns als Schüler herauszufordern und zu konfrontieren.
Manche Lehrer habe ich als unberechenbar und streng erlebt. Heute denke ich, dass sie vielleicht keinen Draht zu uns  als Schülern hatten und sich uns menschlich nicht zuwenden konnten.

Und manche Lehrer konnten beides – herausfordern und konfrontieren wo nötig, und dabei gleichzeitig verständnisvoll und zugewandt sein. Für mich waren das die wirklich guten Lehrer.

So verschieden Lehrer sind, so verschieden sind auch die Bilder, die Menschen von Gott haben. Für manche ist Gott entspannt und gemütlich. Für andere ist Gott unberechenbar und streng. Die Bibel aber zeichnet ein Bild von Gott, der sich gleichzeitig uns Menschen zuwendet und uns herausfordert. Zum Beispiel im Buch des Propheten Joel, wo es von Gott heißt:

„Er ist voll Liebe und Erbarmen. Er hat Geduld, seine Güte kennt keine Grenzen. Das Unheil, das er androht – wie oft tut es ihm Leid!“

Dieser Gott fordert mich heraus und konfrontiert mich, wo es nötig ist. Und dieser Gott ist mir zugewandt und versteht mich. Auf diesen Gott kann und will ich mich einlassen, ein Leben lang. Auch heute.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)