Der Mensch ist ein eigenartiges Wesen. Im Unterschied zu allen Tieren kann er sich bewusst an die Vergangenheit erinnern und für die Zukunft denken. Diese Fähigkeit, die Uhr gedanklich zurück oder voraus zu drehen, macht das Menschsein erst möglich: Sich erinnern, lernen, kreativ tätig sein, planen, und vieles mehr.

Aber das gedankliche Zeitreisen hat auch eine Schattenseite: Wir erinnern uns an Verletzungen, Schuld und Scham, die in der Vergangenheit passiert sind. Wir sorgen uns um die Dinge, die in der Zukunft vielleicht auf uns zu kommen könnten. 

Als Menschen können wir nur in der Gegenwart handeln, aber in Gedanken rutschen wir permanent in die Zukunft: Vielleicht als Pessimisten, die von der Zukunft immer erst einmal das Schlimmste erwarten. Oder als Optimisten, die davon träumen, dass alles irgendwie gut wird. Oder als Macher, die versuchen ihre Zukunft abzusichern durch Macht, Geld, Einfluss.

Dabei sind wir überhaupt nicht dafür gemacht, die Zukunft zu kontrollieren. Die Zukunft ist Gottes Sache, und wir Menschen können als seine Geschöpfe im Hinblick auf die Zukunft nur als Vertrauende leben. 

Deshalb hören Menschen in der Bibel bei ihren Begegnungen mit Gott immer wieder diesen einen Satz: Fürchtet euch nicht! Das heißt: Lebt als Vertrauende! Sorgt euch um nichts! Sucht eure Sicherheit nicht darin, gedanklich die Zukunft zu kontrollieren!

Jesus sagt das seinen Nachfolgern einmal auf den Kopf zu: „In der Welt habt ihr Angst!“ Und er fügt hinzu: „Aber seid getrost – ich habe die Welt überwunden!“

Christus gehört die Zukunft. Deshalb sind Christen berufen, im Angesicht einer unsicheren Zukunft ohne Furcht zu leben. Ich glaube, das braucht ein bisschen Übung. Üben Sie mit mir?

Wir bleiben in Verbindung!

 

(erschienen im Medienmagazin ERF ANTENNE 07-08/2018)