Die deutsche Sprache kennt tolle Redewendungen. Worte, die griffig und treffend zur Sprache bringen, was wirklich Sache ist. „Du hast leicht reden…“ das ist so eine Redewendung. Habe ich schon oft gehört und schon oft benutzt.

„Mach doch mal Sport“, fordert mich der Freund heraus, der seit Jahren beim Marathon läuft. Du hast leicht reden…
„Mach dir einfach nichts draus“, empfiehlt die Freundin, die selbst nicht unter Mobbing zu leiden hat. Du hast leicht reden…
„Du musst mehr beten“, rät der Fromme, der selbst nicht mit einer chronischen Erkrankung zu kämpfen hat. Du hast leicht reden…

„Du hast leicht reden…“, sagen wir, wenn uns jemand einen theoretisch richtigen Rat gibt, der aber praktisch schwer umzusetzen ist. Denn wir wissen genau: Am Ende zählt nicht die Wahrheit der Worte, sondern die Wirklichkeit des Lebens.

Gott sieht das übrigens genauso. Er hält nicht viel von guten Ratschlägen, so richtig sie auch sein mögen. Besonders wenn es darum geht, wie wir andere Menschen behandeln. Johannes, einer der engsten Freunde von Jesus, schreibt darüber in einem Brief, der uns im Neuen Testament überliefert ist. Dort heißt es:

Unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.

Bei Gott gilt eben: Reden ist Silber, Handeln ist Gold!

Und ich frage mich: Wo soll ich heute aufhören nur zu reden – und anfangen zu handeln?

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)