Herzlich Willkommen im neuen Jahr 2019! Ich bin gespannt, was alles auf mich zukommen wird. Und Sie sind das sicher auch. Manchmal würde ich die verschiedenen Situationen und Umstände schon heute kennen, in denen ich mich in den nächsten zwölf Monaten wiederfinden werde. Damit ich mich vorbereiten kann. Damit ich keine bösen Überraschungen erleben muss. Damit ich heute schon beruhigt sein kann, dass alles gut wird. Aber diese Garantie gibt es im Leben nicht. Kein Geld der Welt vermag es, mich vor herausfordernden Lebensumständen zu bewahren. Das Leben bleibt ein Risiko.

Auch als Christ erlebe ich das nicht anders. Auch als Christ kämpfe ich mit Enttäuschung, mit Krankheit, mit Überforderung. Auch als Christ finde ich mich in Umständen wieder, die alles andere als einfach sind. Und Gott? Bewahrt er mich nicht davor? Müsste er denen, die ihm vertrauen, das Leben nicht einfacher machen?

Nein, auch wer Gott vertraut, kriegt keine mildernde Umstände im Leben. Das ist eine Erfahrung, die auch der alttestamentliche König David unter die Füße bekommen musste. Er schreibt übrigens darüber in Psalm 34, einem berühmte Gebet, aus dem die Jahreslosung 2019 entnommen ist.

David erweist sich in diesem Psalm 34 als Meister der ehrlichen Zwiesprache mit Gott. Er spricht von der Not derjenigen, die ihre Hoffnung und ihr Vertrauen auf ihren Gott setzen. Von ihrem Schreien und Wehklagen in äußerst schwierigen Lebensumständen. David ist da ganz nüchtern: Ja, auch der sich nach Gott ausrichtet, wird nicht von Leid verschont und kann schuldig werden, genau wie alle anderen. Ja, auch der sich nach Gott ausrichtet, kann ein „zerbrochenes Herz“ haben und ein „zerschlagenes Gemüt“.

David bestätigt in Psalm 34 meine eigene Lebenserfahrung: Nur weil ich Gott vertraue, habe ich deswegen nicht automatisch ein leichteres Leben. Aber das heißt nicht, dass ich als Opfer der Umstände durch das neue Jahr gehen muss. Denn auch das kann ich in Psalm 34 von David lernen: Auch in schwierigen Umständen haben wir Menschen eine Wahl, wie wir leben wollen. Was wir anstreben. Wonach wir uns ausrichten.

Wende ich mich enttäuscht von Gott ab, weil er mir keine mildernde Umstände beschert – oder bleibe ich dran an der Verbindung zu ihm?

Lasse ich mich in schwierigen Situationen auf Lügen ein, weil ich es doch ohnehin schon so schwer habe – oder suche ich nach dem, was in Gottes Augen wahr, gerecht und weise ist?

Gebe ich mich selbst verloren, wenn mein Gewissen mir mein Versagen vorhält – oder setze ich meine Hoffnung darauf, dass alle, die auf Gott vertrauen, frei werden von Schuld?

Wenn niemand frei davon ist, in schwierige Lebensumstände zu geraten oder in innere Kämpfe der Seele – mit welcher inneren Haltung sollte ich dann in die Zukunft gehen? Mit welcher Ausrichtung? Wie kann ich mich wappnen für Umstände, die ich jetzt noch gar nicht kenne?

David sagt: Das Beste, was du tun kannst, ist Gott vertrauen – auch in schwierigen Zeiten. Das Beste, was du tun kannst, ist deinen Gott zu loben, ihn zu suchen, ihn zu fürchten, sich im Gebet an ihn zu wenden, ihm zu vertrauen. „Suche Frieden, und jage ihm nach“, heißt es in Vers 15 unseres Psalms.

Das bedeutet: Suche das Leben, das Gott schenkt, und das mit Gott und mit sich selbst im Reinen ist – egal wie die Umstände sein mögen. Suche diesen Frieden, und jage ihm nach. Bleib dran. Bleib auf diesen Frieden ausgerichtet. Vertraue deinem Gott.

König David hat erlebt, dass Gott dieses Dranbleiben, dieses Nachjagen, dieses Vertrauen positiv beantwortet. Und so ist Psalm 34 gespickt mit Mutmachern aus seiner persönlichen Erfahrung, die auch heute, 3.000 Jahre später, immer noch Bestand hat:

„Als ich Gott suchte, antwortete er mir, und rettete mich aus meiner Angst…“

„Die sich auf Gott ausrichten, werden sich nie dafür schämen müssen, sondern können vor Freude strahlen…“

„Gott hilft denen aus der Klemme, die sich mit demütigem Vertrauen an ihn wenden…“

Und so weiter.

Ich weiß nicht, was Sie und ich im neuen Jahr 2019 alles erleben und erfahren werden. In welchen schönen oder schwierigen Lebensumständen wir uns wiederfinden werden. Aber eins weiß ich: Ich möchte am Ende des neuen Jahres im Rückblick gerne mit König David sagen können, dass es gut gewesen ist, Gott zu vertrauen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen, und allen, die zu ihn gehören, ein gutes neues Jahr voller Gottvertrauen. Wie auch immer die Umstände sein werden: Suchen wir den Frieden, der aus der Verbindung mit Gott entsteht – und jagen wir ihm nach!