„Hauptsache Gesundheit“ – hört man oft, wenn sich Leute zum Geburtstag gratulieren. Zumindest jenseits eines gewissen Alters, denn allen ist bewusst: Es gibt keine Garantie für Gesundheit.  Je älter wir werden, desto sichtbarer wird die innewohnende Schwäche unseres Lebens. Niemand ist davor gefeit.

Es gibt aber noch eine weitere Kraft, die die Schwäche des Lebens vergrößert. Und das ist Schuld – aber darüber redet man beim Gratulieren auf Geburtstagen in der Regel meistens eher nicht.

Schuld macht schwach. Diese Erkenntnis ist uralt: Der alttestamentliche König David ist einmal des Ehebruchs und des Mordes überführt worden. In Psalm 51 benennt er die spürbaren Auswirkungen seiner Schuld: „ein geängsteter Geist“ und „ein geängstetes, zerschlagenes Herz“.

Schuld macht schwach. Die gute Nachricht ist: Es muss nicht dabei bleiben. Gott kann und will Schuld durch Vergebung wieder aufheben. Klar – das macht nicht ungeschehen, was geschehen ist. Aber Vergebung macht  frei. Meine Schuld macht mich nicht länger schwach. Ich darf aufatmen und neue Kraft erfahren.

Das Buch des Propheten Jesaja malt dem Volk Israel vor Augen, wie es in ihrem Land aussehen wird, nachdem sie Gott um Vergebung für ihre Schuld gebeten haben. Dort heißt es (Jesaja 33,24):

Kein Bewohner wird sagen: »Ich bin schwach«; denn das Volk, das darin wohnt, wird Vergebung der Schuld haben.

Schuld macht auf Dauer schwach. Aber Gottes Vergebung stellt sich der Schwäche entgegen. Davon kann ich leben – heute.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)