Ich fand Fußball immer furchtbar. Ich meine nicht das Spiel von Jogis Jungs und Martinas Mädels. Nein, ich meine das Kicken in der Schule auf dem Pausenhof.

Das Furchtbare war immer die Spielerauswahl. Da stellen die beiden besten Fussballer ihre Mannschaften zusammen, und es geht nach einer klaren Hackordnung: „Ich nehm den Jan“. „Ich den Frank“. „Ich nehme Andreas“… und so weiter. Und ganz zum Schluss kommen dann Leute wie ich, die als Eckfahnenersatz am Spielfeldrand noch am hilfreichsten sind.

So eine Hackordnung gibt’s oft auch bei besonders religiösen Menschen. Da werden andere Menschen sortiert von gottgefällig bis unten durch. Die gute Nachricht ist: Gott spielt dieses Spiel nicht mit.

Jesus hat das einmal sehr deutlich gemacht, beschrieben in Matthäus 9,13. Er nimmt eine Einladung zum Essen an von Leuten, die in den Augen der Religiösen unten durch sind, und als die Religiösen ihn deswegen zur Rede stellen, konfrontiert er ihre Selbstgefälligkeit und stellt ihre Hackordnung komplett auf den Kopf. Jesus erinnert sie  daran, dass Gott durch den Propheten Hosea schon ein paar hundert Jahre zuvor klar gestellt hat

Ich will, dass ihr barmherzig seid; eure Opfer will ich nicht.

Und über sich selbst und seinen Auftrag sagt Jesus:  Ich bin für die Sünder gekommen und nicht für die, die meinen, sie seien schon gut genug.

Zack – ich glaube, das hat gesessen!

Bis heute ist diese klare Kante von Jesus ein doppelter Gedankenanstoß: Für die Selbstgefälligen die dringende göttliche Aufforderung zum demütigen Blick in den Spiegel. Und für die ganz unten in der religiösen Hackordnung die ausgestreckte Hand Gottes verbunden mit der Einladung, sich heute neu auf ihn einzulassen.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)