Der Tag kommt, an dem es mit der Überheblichkeit der Menschen zu Ende ist, und ihr Stolz gebrochen wird. Dann wird der Herr allein groß sein.

So lautet die heutige Tageslosung aus Jesaja 2 Vers 11. Dieser Satz legt sich frontal an mit den selbsternannten, selbstgefälligen, stolzen und machtversessenen Herrschern, die unsere Geschichtsbücher füllen. Die sich selbst für den Mittelpunkt der Welt halten und erwarten, dass alle anderen Menschen es genauso sehen.

Dieses Phänomen ist nicht neu, aber es ist auch nicht Vergangenheit. Auch unsere heutige Zeit ist voll von autoritär auftretenden Anführern wie Bolsano, Erdogan, Maduro, Orban, Putin, Trump und wie sie alle heißen. Es ist eine lange Liste von Männern – es sind meistens Männer – die Glauben und Gefolgschaft fordern und Demut für ein Zeichen menschlicher Schwäche halten.

Und machen wir uns nichts vor: Unter den passenden Umständen sind wohl die meisten Menschen fähig, sich selbst aus Sehnsucht nach Anerkennung und Macht auf den Sockel zu stellen. Ich selbst vermutlich auch. Die Bibel beschreibt das sehr realistisch und gleich am Anfang. Was versprach die Schlange im Paradies noch gleich? „Ihr werdet sein wie Gott!“

Der Vers aus dem Buch Jesaja formuliert die Gegenperspektive dazu. Formuliert, wie die Selbsterhöhung des Menschen am Ende ausgehen wird. Wer immer auf einen Sockel steigt, wird am Ende wieder unten stehen.

Es ist besser für alle, wenn keiner wie Gott ist – außer Gott selbst.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)