„Nimm dir das doch nicht so zu Herzen“, sagt Janina zu ihrer besten Freundin, die ihr unter Tränen berichtet, wie ihr Freund gerade mit ihr Schluß gemacht hat. „Sie sollten sich das besser zu Herzen nehmen“, sagt Dr. Hermann zu seinem Patienten, der trotz Übergewicht und zweier Herzinfarkte weiter regelmäßig Fastfood konsumiert.

„Etwas zu Herzen nehmen“ – das ist mehr als „sich etwas merken“. Mehr als ein bloßes „zur Kenntnis nehmen“. „Zu Herzen nehmen“ meint: ich verinnerliche etwas so, dass es meine Weltwahrnehmung und Sinnfindung berührt, meine Lebensmotive und Willensentscheidungen beeinflusst.

Manchmal geschieht das automatisch, obwohl ich es eigentlich nicht will. Wie bei Janinas Freundin mit ihrem Liebeskummer. Und manchmal kriege ich das „zu Herzen nehmen“ nicht hin, obwohl es gut für mich wäre. Wie beim Patienten von Dr. Hermann. Ich glaube, „zu Herzen nehmen“ ist eine aktive Entscheidung, dass etwas Wichtiges durchdringend und dauerhaft und zu mir gehören soll.

Zu einer solchen Entscheidung hat Mose das Volk Israel aufgerufen, nachdem er ihnen davon erzählt hatte, wer Gott ist und wie Gott ist und wie Gott sich gelingendes Leben vorstellt. Mose wörtlich (5. Mose 6,6-7):

Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen.

Als Mensch bin ich aufgefordert, Gottes Sicht der Dinge nicht nur „zur Kenntnis zu nehmen“, sondern sie zu Herzen zu nehmen. Dann kann ein Leben im Gottvertrauen durchdringend und dauerhaft zu mir gehören!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)