Vor einigen Tagen haben wir bei ERF Medien die Online-Kampagne „Zeit für eine neue Streitkultur“ gestartet – und neben einer Reihe prominenter Unterstützer haben inzwischen 921… nein, Moment, Browser-Reload… 922 Menschen die dazugehörige Online-Petition unterzeichnet. Sie haben das getan, weil sie alle eine Beobachtung teilen: Etwas ist ausgerastet in unserer Gesellschaft, Menschen werden persönlich diffamiert und ausgegrenzt, weil anderen ihre Ansichten in Sachfragen nicht passen. Und viel zu viele Christen mischen dabei mit – bis dahin, dass sie einander den Glauben absprechen.

Wir alle, die wir die Online-Petition unterzeichnet haben, sagen: Es reicht – Zeit für eine neue Streitkultur! Dabei ist das Thema nicht zum ersten Mal aktuell in unserer Gesellschaft. Oder unter engagierten Christen. So gab es 1846 beim Gründungskongress der Evangelical Alliance in London ein Statement zur „Heilighaltung der Presse“ (danke für den Hinweis an den langjährigen ehemaligen Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland, Hartmut Steeb!). Dessen Sprache ist inzwischen 174 Jahre alt, das Anliegen ist – immer noch oder mal wieder – topaktuell:

„Dass die Mitglieder dieses Bundes es einander in Liebe aber ernstlich anempfehlen, in ihrem ganzen Betragen und namentlich in dem Gebrauch, den sie von der Presse machen, alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung samt aller Bosheit sorgsam zu vermeiden und vielmehr in allen Dingen, in welchen sie verschiedener Meinung sein mögen, untereinander freundlich und herzlich zu sein, und einer dem anderen zu vergeben, gleichwie Gott ihnen vergeben hat in Christo, indem sie suchen, in allen Dingen Gottes Nachfolger zu sein als die lieben Kinder, und in der Liebe zu wandeln, gleichwie Christus sie geliebt hat … Die Glieder des Bundes möchten daher alle Prediger des Evangeliums, alle christlichen Schriftsteller und anderen Personen, welche auf christliche Gemeinschaften einen Einfluss haben, bescheiden, aber ernstlich bitten, mehr als je darüber zu wachen, dass nicht mit dem Herzen, der Zunge oder der Feder gegen Christen von anderen Kirchenabteilungen gesündigt werde, und eifriger als bisher einen Geist des Friedens, der Einigkeit und der göttlichen Liebe unter allen denen, welche wahrhaftig an den Herrn Jesus Christus glauben, zu verbreiten.“

Ich sage: Halten wir diese Flagge heute wieder hoch und weiter hoch. Sie ist es wert. Jetzt mitmachen und Online-Petition unterzeichnen: www.erf.de/streitkultur