Kategorie: ERF // Mission

Christen sind Baustellen

Machen wir uns nichts vor: Wir sind eine Baustelle. Sie und ich – wir alle. Und jeder unserer Mitmenschen weiß das auch. Selbst frisch Verliebte stellen in der Regel nach spätestens sechs Wochen fest, dass alle Schmetterlinge im Bauch die Erkenntnis nicht übertünchen können: Wir leben als unperfekte Menschen mit anderen unperfekten Menschen in einer unperfekten Welt.

Für Gott ist das übrigens okay. Auch wenn er selbst alles andere als unperfekt ist. Die Autoren der Bibel sind überzeugt: Gott ist vollkommen, ohne Fehler, absolut perfekt. Wir Menschen sind es, die jede Perfektion verloren haben, und unsere Welt gleich mit.

Die Gute Nachricht ist: Der perfekte Gott lässt sich weiterhin ein auf eine unperfekte Welt. Auf unperfekte Menschen. Auf Sie und auf mich. Gott ist ein Baumeister, und er lässt seine Menschen und seine Welt trotz ihrer Mängel nicht verfallen, sondern er investiert. Er erschafft in der Baustelle dieser Welt und in uns Menschen etwas Neues.

Christen sind Menschen, die sich darauf eingelassen und sich selbst offen zur Baustelle Gottes erklärt haben. Und die wissen, dass sie bis zu unserem Lebensende auch Baustelle bleiben werden.

Die Frau des großen amerikanischen Predigers Billy Graham, Ruth Bell Graham, hat für ihren Grabstein die Inschrift gewählt: „Ende der Bauarbeiten – danke für Ihre Geduld.“ Ich finde, das trifft es sehr gut.

Christen sind erklärtermaßen Baustellen Gottes. Sie sollten die letzten sein, die so tun als seien sie perfekt. Aber sie sind die einzigen, die mit der festen Hoffnung leben können: Mein Gott ist ein perfekter Baumeister. Er weiß, was er tut. Und eines Tages wird das Ende der Bauarbeiten erreicht sein.

Ich lade Sie ein, der Unperfektion ins Auge zu sehen, und sich auf diesen Baumeister einzulassen. Sie dürfen gespannt sein, was er aus Ihrer Baustelle machen wird.

Wir bleiben in Verbindung!

(erschienen im ERF Medienmagazin ANTENNE 3-4/2019)

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Was christliche Digitalangebote bewegen und woran sie scheitern

„Digitalisierung“ ist in aller Munde. Joachim Stängle bezeichnet sie für die „voraussichtlich letzte Chance der Volkskirchen„. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft der Gemeinde Jesu im kirchengeschichtlichen Horizont nicht von menschlicher Technologie abhängt. Aber es ist für mich schon die Frage, ob eine Kirche (oder Gemeinde oder christliche Organisation) durch ihren Umgang mit Chancen und Risiken der Digitalisierung an Relevanz gewinnt oder an Relevanz verliert. Beides halte ich für grundsätzlich möglich, und deshalb arbeiten wir bei ERF Medien mit Nachdruck daran, unsere Medienangebote wie auch unsere internen Abläufe zu digitalisieren und dann ab 2020 auch baulich in unserem komplett neuen Medienhaus das nächste Kapitel der 60-jährigen Werksgeschichte aufzuschlagen.

In meinen inzwischen fast 20 Jahren Berufserfahrung mit christlichen digitalen Medienangeboten habe ich Beispiele für beides gesehen: Christliche Digitalangebote, die etwas bewegen – und solche, die gescheitert sind. An einigen dieser Projekte – erfolgreichen wie gescheiterten – war ich selbst aktiv beteiligt. Meine ganz persönlichen Erfahrungen und Schlussfolgerungen über Ursachen für Erfolg und Misserfolg christlicher Digitalangebote habe ich zu einem Vortrag auf der Gott@Digital-Konferenz am 15. September 2018 in Darmstadt verarbeitet:

 

 

Wer sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sieht, den möchte ich schon jetzt auf eine Folgekonferenz 2019 hinweisen. Sobald Termin und Ort definitiv feststehen, gibt’s mehr Informationen unter gottdigital.de .

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