Kategorie: ERF // Mission

BILD – wie Facebook auf Papier

Liebe BILD, wenn du dich mal wieder wunderst, warum du so ein schlechtes Image hast, hol einfach die heutige Ausgabe aus deinem Archiv.

Wer keine Woche nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien die drei deutschen Opfer unter den Passagieren mit Namen und Gesicht auf seine Titelseite packt, der muss konsequenterweise ab sofort damit aufhören, sich über die Verrohung der Sitten in sozialen Netzwerken oder bei der Behinderung von Rettungskräften auf der Autobahn zu empören.

Selbst wenn – und das ist ein dickes Wenn – die Hinterbliebenen ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben sollten, sind die Verunglückten wohl kaum Personen des öffentlichen Interesses, und ein landesweites Gedenken könnt ihr mit der Bildunterschrift („Was Urlauber jetzt beachten müssen“) auch nicht für euch reklamieren.

Mag sein, dass es Journalistenkreise gibt, die es als Kunststück feiern, die Namen der Opfer rausgekriegt zu haben und an Bilder gekommen zu sein. Ich hätte es als Kunststück gefeiert, eindringlich über den Absturz zu berichten ohne menschliche Würde voyeuristische Motiven zu bedienen.

Hört auf, über den Niedergang des Print-Journalismus und digitale Medienkanäle zu schimpfen. Ihr seid nicht besser – nur euer Geschäftsmodell geht langsam zu Ende. Aber macht euch darüber keine Sorgen, ihr seid gut gerüstet: Das Niveau mancher Diskussionen in sozialen Netzwerken beherrscht ihr anscheinend ja schon.

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Christen sind Baustellen

Machen wir uns nichts vor: Wir sind eine Baustelle. Sie und ich – wir alle. Und jeder unserer Mitmenschen weiß das auch. Selbst frisch Verliebte stellen in der Regel nach spätestens sechs Wochen fest, dass alle Schmetterlinge im Bauch die Erkenntnis nicht übertünchen können: Wir leben als unperfekte Menschen mit anderen unperfekten Menschen in einer unperfekten Welt.

Für Gott ist das übrigens okay. Auch wenn er selbst alles andere als unperfekt ist. Die Autoren der Bibel sind überzeugt: Gott ist vollkommen, ohne Fehler, absolut perfekt. Wir Menschen sind es, die jede Perfektion verloren haben, und unsere Welt gleich mit.

Die Gute Nachricht ist: Der perfekte Gott lässt sich weiterhin ein auf eine unperfekte Welt. Auf unperfekte Menschen. Auf Sie und auf mich. Gott ist ein Baumeister, und er lässt seine Menschen und seine Welt trotz ihrer Mängel nicht verfallen, sondern er investiert. Er erschafft in der Baustelle dieser Welt und in uns Menschen etwas Neues.

Christen sind Menschen, die sich darauf eingelassen und sich selbst offen zur Baustelle Gottes erklärt haben. Und die wissen, dass sie bis zu unserem Lebensende auch Baustelle bleiben werden.

Die Frau des großen amerikanischen Predigers Billy Graham, Ruth Bell Graham, hat für ihren Grabstein die Inschrift gewählt: „Ende der Bauarbeiten – danke für Ihre Geduld.“ Ich finde, das trifft es sehr gut.

Christen sind erklärtermaßen Baustellen Gottes. Sie sollten die letzten sein, die so tun als seien sie perfekt. Aber sie sind die einzigen, die mit der festen Hoffnung leben können: Mein Gott ist ein perfekter Baumeister. Er weiß, was er tut. Und eines Tages wird das Ende der Bauarbeiten erreicht sein.

Ich lade Sie ein, der Unperfektion ins Auge zu sehen, und sich auf diesen Baumeister einzulassen. Sie dürfen gespannt sein, was er aus Ihrer Baustelle machen wird.

Wir bleiben in Verbindung!

(erschienen im ERF Medienmagazin ANTENNE 3-4/2019)

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