Kategorie: Jesus // Inspiration

Reden ist Silber, Handeln ist Gold

Die deutsche Sprache kennt tolle Redewendungen. Worte, die griffig und treffend zur Sprache bringen, was wirklich Sache ist. „Du hast leicht reden…“ das ist so eine Redewendung. Habe ich schon oft gehört und schon oft benutzt.

„Mach doch mal Sport“, fordert mich der Freund heraus, der seit Jahren beim Marathon läuft. Du hast leicht reden…
„Mach dir einfach nichts draus“, empfiehlt die Freundin, die selbst nicht unter Mobbing zu leiden hat. Du hast leicht reden…
„Du musst mehr beten“, rät der Fromme, der selbst nicht mit einer chronischen Erkrankung zu kämpfen hat. Du hast leicht reden…

„Du hast leicht reden…“, sagen wir, wenn uns jemand einen theoretisch richtigen Rat gibt, der aber praktisch schwer umzusetzen ist. Denn wir wissen genau: Am Ende zählt nicht die Wahrheit der Worte, sondern die Wirklichkeit des Lebens.

Gott sieht das übrigens genauso. Er hält nicht viel von guten Ratschlägen, so richtig sie auch sein mögen. Besonders wenn es darum geht, wie wir andere Menschen behandeln. Johannes, einer der engsten Freunde von Jesus, schreibt darüber in einem Brief, der uns im Neuen Testament überliefert ist. Dort heißt es:

Unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.

Bei Gott gilt eben: Reden ist Silber, Handeln ist Gold!

Und ich frage mich: Wo soll ich heute aufhören nur zu reden – und anfangen zu handeln?

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Mit Gott in der Umkleide

„Kleider machen Leute“, sagt der Volksmund. Und es stimmt: In der Regel ziehen wir das an, wie wir gesehen werden wollen – sportlich oder chic, formell oder lässig, bodenständig oder unkonventionell. Denn die meisten Menschen achten auf Äußeres, ihr eigenes und das der anderen.

Gott dagegen schaut ins Innere, in die verborgenen Motive des Herzens. Er lässt sich nicht beeindrucken durch das, wie ich aussehe. Er ist viel mehr daran interessiert, wie ich vor ihm dastehe. Und bei diesem Blick in mein Herz bekommt Gott nicht nur Schönes und Wunderbares zu sehen. Da sind auch Dinge, die so gar nicht zu Gottes Liebe, Heiligkeit und Charakter passen.

Aber die Gute Nachricht ist: Wenn ich mich auf diesen Gott einlasse, passiert ein Wunder. Gott hilft mir, meine Schuld, meine Scham und meine Sünde auszuziehen und abzulegen. Wie ein Kleidungsstück, das nicht mehr passt. Gleichzeitig reicht er mir neue Kleider, die ausdrücken, wie er mich sieht: Geliebt. Begnadigt. Befreit. Beauftragt.

Der alttestamentliche Prophet Sacharja formuliert diese Absicht Gottes einmal so:

Sieh her, ich nehme deine Sünde von dir und lasse dir Feierkleider anziehen.

Bei Sacharja macht Gott das mit dem Hohepriester, stellvertretend für das ganze Volk Israel. Später, im Neuen Testament, bietet Gott in Jesus Christus diesen Kleiderwechsel allen Menschen an.

Feierkleider statt Sünde – das ist ein Kleiderwechsel nach Gottes Art! Ein Kleiderwechsel, der mein Inneres verändert und nicht nur meinen „Style“. Ein Kleiderwechsel, der ausdrückt wie Gott mich sieht, höchstpersönlich. Ein Kleiderwechsel, der mich zu dem macht, der ich in seinen Augen bin.

Die Frage ist: Lasse ich mich darauf ein?

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Geldvertrauen oder Gottvertrauen?

Geld macht nicht glücklich“, sagt der Volksmund. Aber ob das stimmt, würden wir schon gerne selbst ausprobieren, oder?

Geld ist etwas Gutes, sagt unser Empfinden, denn man kann sich damit versorgen: Mit dem Lebensnotwendigen. Mit Komfort. Mit Sorglosigkeit… obwohl ich mir da nicht so sicher bin. Es gibt zu viele Menschen, die nach Geld streben, um Sorglosigkeit zu bekommen, und  die sich anschließend Sorgen um ihr Geld machen. Weil man es verlieren könnte. Weil es zu wenig ist. Weil es im Vergleich zum Nachbarn oder „denen da oben“ zu wenig ist.

Wenn wir ehrlich sind, benutzen wir Menschen Geld gar nicht nur zur Versorgung. Sondern auch, um unseren Wert zu messen. Um andere zu beeindrucken. Um uns mit anderen zu vergleichen. Um Macht und Kontrolle auszuüben. Um andere in gut und böse einzuteilen. Und wir müssen feststellen: Das sät destruktive Haltungen in die menschliche Seele: Neid, Stolz, Verachtung, Hass.

Gott wünscht sich etwas Besseres für seine Geschöpfe. Jesus hat über kaum ein anderes Thema so oft gesprochen wie über Geld. Er warnt seine Zuhörer: Wenn du nach Geld strebst, um dir damit Selbstwert, Ansehen oder Einfluss zu kaufen, dann versklavst du dich selbst. Du magst dich unabhängig und überlegen fühlen, aber du bist in Wahrheit abhängig geworden. Du hast zugelassen, dass Geld zu einem Machtfaktor in deiner Seele geworden ist. Aber du kannst nicht beiden dienen – Gott und dem Geld. Entscheide dich: Vertraust du deinem Gott, oder vertraust du deinem Geld?

Ich glaube, Christen sind aufgerufen, eine gesunde Einstellung zum Geld einzuüben. Geld weise einzusetzen zur Versorgung und um das Gute in der Welt voranzubringen. Und einen großen Bogen darum zu machen, mit Geld Menschen zu bewerten, zu beeindrucken oder zu beeinflussen. Deshalb ist für Jesus „Geben seliger als Nehmen“ – weil jedes Geben eine Übung ist, das Vertrauen auf Gott über das Vertrauen auf Geld zu stellen.

Üben Sie mit mir? Wir bleiben in Verbindung!

 

(erschienen im Medienmagazin ERF ANTENNE 09-10/2018)

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