Kategorie: Jesus // Inspiration

Der Traummieter meines Herzens

Neulich haben mir Freunde erzählt, dass sie eine Ferienwohnung vermieten. Dabei haben sie schon die verschiedensten Menschen kennen gelernt. Darunter waren leider auch einige wenige, die die Wohnung vermüllt zurückgelassen haben. Für meine Freunde lautet daher eine wichtige Frage: Wem gebe ich da eigentlich Raum?

Wem – oder was – gebe ich Raum – das ist auch mit Blick auf mein Leben eine wichtige Frage. Haben Sie Ihr Leben schon einmal aus dieser Perspektive betrachtet? Wem oder was geben Sie Raum? In ihrem Leben? In Ihrem Herzen?

Der Apostel Paulus empfiehlt, diese Frage ernst zu nehmen. Er schreibt in Epheser 5,18:

Berauscht euch nicht mit Wein – das macht zügellos –, sondern lasst euch vom Geist erfüllen!

Wem oder was ihr Raum in eurem Leben gebt, so Paulus, dem gebt ihr auch Einfluss. Gebt nicht etwas Raum, nur weil es euch gute Gefühle macht – so wie übermäßig viel Wein. Denn wem oder was ihr Raum in eurem Herzen gebt, das wird sich über kurz oder lang auf euer Wesen auswirken, es vielleicht sogar zumüllen.

Paulus setzt dagegen: Gebt den Raum eures Herzens bewusst dem, von dem und für den ihr eigentlich geschaffen seid: Gott selbst, der mit seinem Heiligen Geist in euch wohnen möchte.

Ich glaube: Paulus Recht. Denn – um im Bild von Mieter und Vermieter zu sprechen: Gott wird die Wohnung meines Herzes nicht vermüllen, sondern auf eigene Rechnung reparieren und renovieren. Gott ist einfach der Traummieter meines Herzens.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Der Anfang der Hoffnung

„Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich an ihrem Umgang mit den Schwachen“ – dieser Satz ist bei Politikern so populär, das ich keinen einzelnen Urheber für dieses Zitat ausmachen konnte.

Es gab und gibt immer wieder Gesellschaften, die aus einer moralischen Stärke heraus Schwache  auffangen und mittragen. Und es gibt andere Gesellschaften, in denen das Recht des Stärkeren gilt und die Schwachen unter die Räder geraten.

Ein solches Negativbeispiel beschreibt Psalm 94: Das Volk Israel leidet unter dem Recht des Stärkeren. Bisherige Wertvorstellungen werden mit Füßen getreten, korrupte Richter beugen das Recht, die Schwachen zahlen die Zeche. Witwen, Waisen und  Ausländer müssen um ihr Leben fürchten.

Aber Psalm 94 ist keine Analyse, sondern ein Aufschrei, ein verzweifeltes Gebet: Gott, lege endlich denen das Handwerk, die ihre Stärke missbrauchen!  Gott, lass nicht länger zu, dass deine Leute – die Menschen, die an dich glauben und dir vertrauen – unter die Räder geraten! Und mittendrin im Aufschrei: Ein kleines, funkelndes Stück Gewissheit, in Psalm 94,14:

Der Herr wird doch sein Volk niemals verstoßen – sein Eigentum lässt er nicht im Stich!

Gott steht auf der Seite der Schwachen. Gott gibt die Menschen, die ihm vertrauen, nicht verloren. Gott  nimmt die Schwachen so wichtig, wie einer sein Eigentum wichtig nimmt.

Diese Gewissheit ist der Anfang von Hoffnung: Wer mit der Gnade Gottes rechnet, ist nicht länger nur der Gnade der Starken ausgeliefert.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Mit Gott auf Tuchfühlung

Kennen Sie das Bild aus der Sixtinischen Kapelle im Vatikan? Das, wo sich Gott und Mensch die Arme entgegenstrecken und sich beinahe mit den Fingerspitzen berühren? Auch wenn Sie noch nie in Rom waren, haben Sie das bestimmt schon gesehen, denn das Deckenfresko von Michelangelo ist eines der am häufigsten reproduzierten Kunstwerke der Welt.

Michelangelo hat mit seiner Darstellung eine widersprüchliche Empfindung getroffen, die viele Menschen teilen: Zwischen Gott und Mensch herrscht Distanz – und doch sind Gott und Mensch aufeinander bezogen, fast auf Tuchfühlung. Das haben Menschen schon Jahrtausende vor Michelangelo erlebt. Nicht in Rom, sondern in der Wüste rund um den Berg Sinai. (mehr …)

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