Kategorie: Jesus // Inspiration

Gott sehen

Während meines Studiums habe ich eine Zeit lang in einer Wohngemeinschaft gelebt. Einmal hatte ich einen Mitbewohner, dessen Zimmer das reinste Chaos war – Bücher, Essensreste, Möbel, die er vom Sperrmüll geholt hatte.

Dieses Durcheinander war ein Spiegelbild seines Inneren. Selbst bei kleinen Entscheidungen war er zwischen Für und Wider hin- und hergerissen. Harmlose Kommentare seiner Mitstudenten ließen ihn tagelang grübeln, wie sie wirklich gemeint sein könnten. Und wenn sich jemand für ihn einsetzte, erkannte er das vor lauter Gedankenwirrwarr oft nicht.

So geht es uns Menschen manchmal mit Gott: Unsere Gedanken und Motive sind ein solches Durcheinander, dass wir Gott kaum noch erkennen können. Wir sind so beschäftigt und gefangen in uns selbst, dass Gottes Güte und seine Wirkung in dieser Welt für uns unerkennbar bleibt. Glücklich macht das nicht. Aber wir sind auch nicht zum Unglücklichsein verdammt.  Jesus hat einmal gesagt:

Glücklich sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.

Ein „reines Herz“, das klingt etwas altmodisch, ist  aber absolut erstrebenswert: Eine aufgeräumte Seele. Klarheit in Gedanken. Aufrichtigkeit in den Motiven. Gutes gut finden und Abstand zu dem halten, was belastet und zerstört.

Je aufgeräumter meine Seele ist, desto klarer ist mein Blick auf Gottes Wesen und Wirklichkeit. Und das macht glücklich. Sagt Jesus – und ist meine Erfahrung. Probieren Sie’s aus!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Bibel? Ganz normal.

Wissen Sie, was ich an der Bibel unter anderem schätze? Dass sie Gottes Wort an seine Menschen umfasst und gleichzeitig ganz… normal ist. Wirklich, ich finde das faszinierend: In den Seiten der Bibel ist die große Geschichte Gottes mit dieser Welt niedergelegt – und mittendrin, zwischendurch, finden sich immer wieder ganz normale Menschen mit ganz normalen Sorgen.

Zum Beispiel im Alten Testament, im  1. Buch Samuel Kapitel 17. Israel befindet sich im Krieg mit den Philistern, und dem israelischen Heer  steht ein Riese gegenüber – Goliath. Die Israeliten zittern vor Angst, auch die älteren Brüder des späteren König Davids, die sich für diesen Kampf gerüstet haben. Nur der Jüngste ist noch zu Hause, David.

Mitten in der Beschreibung dieser Schlacht findet sich das Normale: Davids Vater Isai macht sich Sorgen um seine Jungs an der Front. So wie es alle Eltern in allen Kriegen zu allen Zeiten tun. Und da es damals noch keine Post und kein Satellitentelefon gibt, schickt er den Jüngsten los, um zu hören, ob sie noch am Leben sind:

Isai sprach zu David: Sieh nach deinen Brüdern, ob’s ihnen gut geht!

Ein einfacher Satz. Ein Satz, in dem es um die Sorge eines liebenden Vaters um seine Söhne an der Front geht. Ganz normal eben.

Isai, der Vater Davids, steht in dieser Normalität keineswegs alleine da, sondern in einer Reihe mit vielen Männern und Frauen der Bibel. So faszinierend und ungewöhnlich diese das Handeln Gottes erfahren haben, so normal sind sie doch als Menschen. Mit allen Höhen und Tiefen, mit Stärken und Schwächen, mit Licht und Schatten.

Mir macht das Mut. Denn wenn Gott mitten in ihrer Normalität auftaucht und seine Geschichte schreibt – dann kann er das mit mir heute auch.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Neustart der Welt

„Nach uns die Sintflut!“ – so beschreiben wir die Haltung von Menschen, die keine Rücksicht auf die Folgen ihres Handelns nehmen. Denen alles so egal ist, als würde ohnehin der Weltuntergang bevorstehen.

Es lohnt sich, mal kurz hinzuhören auf dieses Wort „Sintflut“.

Es stammt wie so manche unserer Begriffe und Redewendungen aus der Bibel. Ziemlich zu Beginn wird dort erzählt, wie sich die Schöpfung gegen ihren Schöpfer wendet. Die Menschheit gerät so sehr auf Abwege,  dass Gott eine große Flut schickt, um die weitere Fehlentwicklung seiner Schöpfung zu stoppen.

Diese Erzählung von einer weltweiten Flutkatastrophe gibt es in verschiedenen Varianten in vielen Kulturen der Antike. Für die einen ist das Grund genug, die Sintflut-Geschichte der Bibel im Bereich der Mythologie anzusiedeln. Für die anderen ist es ein Beleg dafür, dass so ein Ereignis tatsächlich stattgefunden haben muss.

Wie auch immer man in dieser Frage denkt – das besondere an der Sintflut in der Bibel ist, dass sie gerade keinen Weltuntergang darstellt, sondern einen Neustart. Denn den Überlebenden rund um Noah gibt Gott ein Versprechen mit auf den weiteren Weg:

Ich schließe einen Bund mit euch und mit allen euren Nachkommen … und das ist mein Versprechen: Nie wieder werde ich eine so große Flut schicken, um die Erde und alles, was auf ihr lebt, zu vernichten.

Das macht die Sintflutgeschichte der Bibel so besonders – sie berichtet, dass Gott ein Gott des Neuanfangs ist. Ein Gott, der sich mit seinen Menschen verbündet. Niemand soll sagen: „Nach uns die Sintflut“. Denn es wird keine mehr geben. Denn Gott hat einen Bund mit den Menschen geschlossen.

Auch mit mir und mit Ihnen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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