Kategorie: Jesus // Inspiration

Anders radikal

Ein Gefangener im orangefarbenen Overall kniet im Wüstensand, ein Vermummter steht mit gezücktem Messer hinter ihm, schwarze Fahnen mit arabischen Schriftzeichen flattern im Wind. Bilder wie dieses hat die Terrormiliz „Islamischer Staat“ über das Internet millionenfach in westliche Netzhäute gebrannt.

In manchen Wirrköpfen befördert dieses Bild denn auch die gewünschte Wahnvorstellung, die richtige Antwort auf die Frage nach Gott ließe sich durch Gewalttätigkeit erzwingen. Bei anderen bewirkt dieses Bild das Gegenteil, nämlich die Gleichsetzung von Religion, Radikalität und Gewalt. „So sind sie, die Religiösen“, heißt es dann. Und in der Konsequenz suchen Atheisten Abstand von Religion und alle anderen wenigstens Abstand von der Radikalität.

Und die Christen?

Gott sei Dank hat die weltweite Christenheit schon länger die Verwechslung von Überzeugen und Überwältigen überwunden, größtenteils jedenfalls. Der Konsens ist klar: Wer Gewalt anwendet, kann sich nicht auf Jesus Christus berufen. Der Friedefürst braucht keine Krieger. (mehr …)

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Die Krankenhaustür

Neulich war ich im Krankenhaus, um jemanden zu besuchen. Und es ist jedes Mal dasselbe, dieser Moment am Ende beim Verlassen des Gebäudes. Wenn sich die Glasschiebetür öffnet. Wenn ich an die frische Luft trete und den Krankenhausgeruch hinter mir lasse. Wenn ich aus der Zone des Leidens wieder hinaustrete ins normale, ins gute Leben.

Als Gesellschaft haben wir das Leid an Experten delegiert. Ärzte. Therapeuten. Pflegekräfte. Krankenhäuser. Wir wissen, es gibt ein schlechtes und ein gutes Leben – und solange alles rund läuft, verorten wir das Leid auf der „schlechten“ Seite. Das gute Leben, es findet außerhalb der Türen eines Krankenhauses statt – denken wir.

Diese Trennung von schlechtem Leben und gutem Leben finde ich auch im Neuen Testament. Aber Jesus zieht die Trennlinie zwischen beiden ganz anders. O-Ton Jesus in der Bergpredigt:

Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

Nicht die Kranken, nicht die Leidenden sind die, die das schlechte Leben haben, sagt Jesus. Denn sie sollen getröstet werden. In der Nähe und Zuwendung Gottes werden ihre Tränen getrocknet und etwas anderes, unendlich Gutes tritt ins Leid hinein. Die da Leid tragen, die an ihrem Leid tragen, die sollen von Gott selbst getröstet werden.

In Gottes Nähe wird das Leid nicht das letzte Wort haben. Und ohne Gott ist selbst ein scheinbar gutes Leben am Ende nicht wirklich gut.

Es sind eben nicht die Krankenhaustüren, die schlechtes und gutes Leben voneinander trennen. Sondern meine Entscheidung, Gottes Zuwendung und Trost zu suchen und im Vertrauen auf ihn zu leben. Das ist die wahre Tür, die schlechtes von gutem Leben trennt.

Jesus lädt jeden ein, auch Sie – und auch mich, durch diese Tür hindurchzugehen.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Worüber Gott nicht diskutiert

Wer darf rein? Wer wird aufgenommen? Wer gehört dazu?

Die Diskussion über diese Fragen wird wohl noch länger Politik prägen, in der Frage von Asyl, Einwanderung und der Aufnahme von Flüchtlingen. Ich möchte hier gar nicht auf Politik eingehen, nein, ich bin auf etwas anderes aus, nämlich auf eine menschliche Eigenart, das Aufstellen von „drin“ und „draußen“.

Das fängt schon auf dem Schulhof an, in einer Kinderbande, in der Jugendclique. Jeder Verein muss darüber entscheiden, wen er aufnimmt. Wie man Mitglied wird. Was man dafür mitzubringen und vorzuweisen hat.

Wer darf rein? Wer wird aufgenommen? Wer gehört dazu?

Sogar Gott hat diese Frage beantwortet, wen er aufnimmt in seine Nähe, in seine Familie, in sein „heiliges Volk“, wie das in der Bibel genannt wird. Dabei geht es um viel mehr als um eine Duldung oder eine Staatsbürgerschaft. Nein, es geht’s um’s Ganze, um dieses Leben und alles, was danach kommt.

Wer darf rein? Wer wird aufgenommen? Wer gehört dazu? Wie ist das nun bei Gott?

Im Neuen Testament lese ich dazu:

Gott hat uns gerettet und dazu berufen, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken.

Gott schenkt Gnade. Ohne Gegenleistung. Weil er sich dafür entschieden hat. In Gottes Familie gilt also: Jeder Mensch, der auf diese Gnade Gottes vertraut, der kann rein. Der wird aufgenommen. Der gehört dazu. Keine Diskussion.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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