Kategorie: Jesus // Inspiration

Gott spielt auch mit Schmuddelkindern

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ – ein sprichwörtlicher Ratschlag. Vielleicht haben Sie das als Kind mal von ihren Eltern gehört. Ich glaube: Das Schmuddelkinder-Denken ist nicht nur überfürsorglichen Eltern zu eigen. Das Schmuddelkinder-Denken steckt in uns allen drin.

Schmuddelkinder-Denken – das bedeutet, einen anderen Menschen links liegen zu lassen, wenn er oder sie nicht tugendhaft genug erscheint. Jemanden zu ignorieren, wenn er nicht so ist, wie man sein sollte: Sauber, ordentlich, pünktlich, fleißig, korrekt.

Natürlich ist gegen Sauberkeit und Ordnung nichts einzuwenden. Schmuddelkinder-Denken beginnt aber dann, wenn ich aus der Bewertung eines Verhaltens ein Grundsatzurteil über den ganzen Menschen mache. Fast jedes Vorurteil und jede Diskriminierung in einer gutbürgerlichen Gesellschaft entsteht durch Schmuddelkinder-Denken: Sinti und Roma klauen, Obdachlose saufen, Reiche sind rücksichtslose Egoisten. Das alles ist Schmuddelkinder-Denken.

Es gab und gibt Leute, die ihr eigenes Schmuddelkinder-Denken sogar auf Gott übertragen. So wie dieser Mensch sich verhält – damit will Gott nichts zu tun haben. Das ist doch Sünde! Das ist doch ein Sünder! Sollen gottesfürchtige Menschen nicht Abstand halten von Sündern? Hält Gott selbst nicht Abstand von Sündern?

Falsch, sagt Jesus – das Gegenteil ist richtig. In einer heißen Diskussion mit frommen Leuten, die randvoll waren mit Schmuddelkinder-Denken, hat Jesus einmal erklärt: Im Himmel wird mehr Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren (Lukas 15,7).

Soll heißen: Im Gegensatz zu manchen frommen Menschen hält Gott keinen Abstand von Sündern. Er sieht, dass auch hinter dem sündigsten Verhalten ein Mensch steckt, der Gott sucht und Gott verzweifelt nötig hat.

Gott spielt auch mit den Schmuddelkindern.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Psalm 1.1

Wohl dem, der sich nicht von gottlosen Motiven leiten lässt. Der nicht an Gott vorbei lebt. Der  nicht gering schätzt, was ihm wahrhaft Leben spendet. Sondern mit Leidenschaft verfolgt, was Gott sagt.

Der wird ohne Anstrengung und zuverlässig das hervorbringen, wofür er gemacht ist.

Die das nicht tun, hinterlassen letztlich nichts von wahrer Bedeutung. Sie finden kein zu Hause bei Gott und bleiben seiner Familie fremd.

Gott begleitet das Leben aller, die zu ihm gehören. Wer nichts mit ihm zu tun haben will, bleibt ein Rastloser ohne Heimat.

 

nach Psalm 1

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Gott – aufheben oder wegwerfen?

Beim Thema „Wegwerfen“ gibt es zwei Arten von Menschen. Zum einen die Aufheber, die alles behalten: Zeitungsausschnitte, Bücher, ausrangierte Elektrogeräte. Könnte man ja noch mal gebrauchen. Und es gibt die Wegwerfer, die alles gleich entsorgen: „Die Lampe ist kaputt? Da muss doch doch eh’ schon lange mal was Neues her“. Und zack – ist das Alte entsorgt und das Neue besorgt.  Aufheben oder Wegwerfen – hat beides Vor- und Nachteile.

Wie ist das eigentlich mit Gott? Kann man Gott aufheben? Kann man Gott… wegwerfen? Manchmal stehen Christen im Ruf, eher Aufheber zu sein. Vielleicht weil sie Traditionen bewahren, die der Rest unserer Gesellschaft längst weggeworfen hat.

Wie dem auch sei – Christen sind sich über eines im Klaren: Egal welche Dinge oder gar Menschen ich im Leben durch neue ersetze – ich nehme mich selbst doch immer mit. Ich kann mir selbst nicht entkommen. In allen Höhen und Tiefen meines Lebens bleibe ich selbst immer mittendrin.

Die gute Nachricht ist: Gott ist auch mittendrin. Gott schlägt sich nicht in die Büsche, wenn mein Pfad steinig wird. Gott geht mir auf meinem Lebensweg treu voran, bereitet mich vor, begleitet mich auf Schritt und Tritt. Die Frage an mich ist: Folge ich diesem Gott? Oder möchte ich ihn lieber wegwerfen – weil ich gerne ein anderes Leben hätte?

Der alttestamentliche Anführer Josua hat seinem Volk Israel einmal ins Gewissen geredet und ins Stammbuch geschrieben: „Haltet dem HERRN, euerm Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt“ (Josua 23,8). Josua kannte Höhenflüge und Abgründe des Lebens. Und er hat erlebt, wie Gott immer für ihn da gewesen ist. Deshalb motiviert er sein Volk: Gott ist treu. Folgt diesem Gott nach!

Gott ist treu – das möchte ich heute neu hören. Ihm heute ein Stück weiter auf dem Weg folgen, den er führt. Gott wirft mich nicht weg – und ich will ihn auch nicht wegwerfen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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